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Samstag, 28. Oktober 2006

Ahnenverehrung oder Totenkult oder Stilles Gedenken?

Wohl alle Kulturen und auch Religionen aus welcher Zeit auch immer, in etwa den letzten 10.000 Jahren der Menschheitsgeschichte hat seine Eigenarten im Umgang mit denen, die ihm, dem Menschen voran gegangen sind. Wobei Ahnenverehrung und Totenkult nicht zwingend identisch oder gleichgewichtig praktiziert werden.

Die älteste und auch ausgeprägteste Form eines Totenkultes findet sich wohl im alten Ägypten und den Pyramiden. Die Inhalte, die religiösen Grundlagen des Totenkults der Ägypter sind ja weitgehend jedermann bekannt. Dieser bezieht sich auch fast ausschließlich auf das Ableben der Pharaonen. Der Totenkult der "normal Sterblichen" war schon allein anhand mangelnden Vermögens wesentlich schlichter ausgerichtet. Trotz desselben Glaubens. Inwieweit nun die Ahnenverehrung und der Totenkult in Ägypten zusammenhängen ist mir nicht geläufig. Und soll auch nicht Thema hier sein.

Ich sehe Totenkult und Ahnenverehrung völlig unterschiedlich. Meines Erachtens sind sie nahezu unabhängig voneinander, ergänzen sich allenfalls.

Totenkulte dienen dem Übergangsritus sind Praktiken, Rituale, Ehrungen des jeweiligen Verstorbenen und richten sich unmittelbar an dem Wert aus den der Verstorbene im Diesseits hatte. Und spiegelt sich wider in den heutigen Bestattungsformen unter anderem in unserem Kulturkreis von der anonymen Urnenbestattung bis zu einer Totenhalle mit allen Gedöns.

Ahnenverehrung sehe ich als andauernde Form. Zum einen als Ehrung der Leistungen im Leben dessen dem die Ehre zugedacht wird. Zum anderen aus der Achtung gegenüber dem was man ererbt hat. Ererbt nicht an Besitz. Das ist sekundär sondern an Wissen und Erbanlagen. Hergeleitet aus dem Respekt gegenüber der Eltern der Sippe der Ahnen und Urahnen. "Ich bin die Summe meiner Ahnen" das ist der Grundgedanke. Aus dem sich auch der Umgang, das Verständnis für die eigenen Eltern ergibt.

Bezeichnend ist das gerade die heidnischen Religionen allgemein wie im speziellen ausgeprägte Ahnenkulte aufweisen. Im Gegensatz zu den Buchreligionen. Auch hier steht die Forderung, ja sogar das Gebot die Eltern zu ehren aber das war es dann auch schon. Den Toten wird keinerlei Bedeutung beigemessen. Allenfalls ihren Lebenswerken. Entsprechend findet lediglich ein gewisser Totenkult statt eingebettet im Aufwand der Bestattung, respektive in deren Kosten.

Mir stellt sich daraus die Frage: "Wenn die Ahnenverehrung kein Teil des Lebens ist. Entsprechende Rituale nicht stattfinden. Wo finde ich dann meine Identifikation? Warum soll ich meine Eltern ehren? Nur weil sie mich zeugten? Eine gegenseitige Geilheit, die Hingabe ihrer Lust, einige Momente emotioneller Erregung mit dem Ergebnis meiner Zeugung sollen mich zur Ehrung meiner Eltern veranlassen? Nö, oder? Ich weis nicht was diese Religionen für Antworten sonst haben. Ich weis aber das Ich meine Ahnen die ihnen zu stehende Ehre zu erweisen suche. Denn ohne dessen was mich zu dem macht was ich bin und das was ich bin danke ich ihnen. Von meinen Eltern über ihre Eltern zurück durch die Jahrhunderte meiner Ahnen bin ich nicht mehr als ein unbewußt lebender Organismus. Und ich sehe mich als viel mehr denn die Summe meiner Teile.

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