Freitag, 20. November 2015

Altheiden contra Neuheiden




Der Titel allein schon ist ein Widerspruch in sich. Denn es gibt keinen Disput zwischen Altheiden und Neuheiden.

Allerdings ist einer künstlich konstruiert worden, von einem obskuren, aus der Esoterik kommenden, selbsternannten „Heidenpapst“. Leider hat diese Person schon so oft von sich Reden gemacht. Durch eine erlogene und selbstgeschaffene Legitimation, die tatsächlich nur als Künstlername relevant ist. Sonst aber jeder tatsächlichen Legitimation entbehrt. 

Das Neuheidentum in Deutschland ist ein Oberbegriff, keine religiöse Lehre oder Weltanschauung. Zum Neuheidentum lässt sich nahezu Alles rechnen, von der esoterischen Orientierung mit dem Schwerpunkt Nordischer Mythologie über die Glaubenswelt der Wicca bis hin zu den neuzeitlichen Schamanen. Auch jene die zwar ihre Grundlagen in der nordischen und anverwandten Religion finden, die bezeichneten Götter aber als Elementare Kräfte oder ähnliches verstehen. Klar zu definierende Grenzen zum Altheidentum sind nicht vollziehbar.

Der heidnisch nordische Glaube ist nicht gestützt auf komplexe sogenannte heilige Schriften oder gar ununterbrochene Riten durch die Jahrhunderte. So das wir kontinuierliche Übertragungen haben. Der heidnische Glaube, und hier ist es völlig egal ob neuheidnische oder altheidnische Ausrichtung ist gezwungen entweder sich mühsam durch die Sagen und Mythenwelt, durch Berichte fremder Heeres Aufzeichnungen und in schwerer Kleinstarbeit Berichten archäologischer Entdeckungen zu kämpfen oder aber sein Wissen aus den Büchern zu entnehmen die jene schrieben die sich diese Mühe eben machten. Dabei gibt es auch wieder mehrere Möglichkeiten, ich kann alle Informationen und Rückschlüsse anderer 1:1 übernehmen, ob die Person allerdings, die das Buch schrieb unbedingt in seinen Rückschlüssen richtig liegt, das lasse ich hier mal offen. 

Letztendlich bleibt und nur aus den Informationen und Fakten, wie immer wir sie erlangten ein Gebilde zu konstruieren das wir dann heidnische Religion nennen. Das nordische Heidentum ist aber auch eine Erfahrungsreligion. Das bedeutet nichts anderes das wir spirituelle Erfahrungen und Erlebnisse oder Erfahrungen und Erlebnisse die wir der Spiritualität zurechnen. Diese wenn sie dann in unser Gebilde passen ergeben dann doch ein recht anschauliches Bild.

Natürlich schließt das eine Art Sprecher für religiöse belange Aller komplett aus. Denn meine Erfahrungen hat so kein anderer gemacht. Er oder Sie mag kompatible Erfahrungen und Erlebnisse haben, gut, aber das ist nicht zwingend. Und eine Wertigkeit verschiedener Erlebnisse zu konstruieren ist nun wirklich an der Sache vorbei gebastelt und völlig haltlos. Die Behauptung eines komplexen Priestertums im weitgehendsten Raum des germanischen Heidentums ist ebenso eine Lüge. Wie die Behauptung ein von Goden geweihter Priester (Allsherjargode) zu sein.
 
Im Neuheidentum sind allerdings vielerlei Arten von Würdenträgern mit unterschiedlichsten Befugnissen tätig, die sich auch nicht zwingend mit entsprechenden Befähigungen ausweisen können. Aber sie erheben ja auch nicht rechtliche Vertretungsansprüche für alle anderen.  Und das Neuheidentum versteht sich mehr oder weniger auch als ein experimentelles Heidentum welches eben erst bei der Selbstfindung ist und ohne Vorabgegebenheiten auskommt. Selbst die Götter sind nicht zwingend personell definiert.

Im Altheidentum gibt es dagegen durchaus bestimmte Vorgaben. Wobei Vorgaben ein unzutreffender Begriff ist. Grundlagen trifft es schon genauer.

Nach meinen eigenen Recherchen glaubt die überwiegende Mehrheit derer die sich dem Altheidentum zurechnen an die reale Existenz der Götter als sich selbst bewusste Wesenheiten. Mir ist durchaus bewusst, das klingt steif und durchformuliert. Leider ist das in unserer Welt notwendig um Wenn und Aber Sätze auf ein Minimum zu begrenzen. 

Im Neuheidentum ist das keine zwingende Voraussetzung. 

Im Altheidentum bewegt man sich auf, soweit vorhanden. auf ein komplexes Glaubensbild dem weder ‘‘fremde“ Götter noch andersgeartete Glaubensvorstellungen beigefügt werden. 

Im Neuheidentum ist das keine zwingende Voraussetzung.

Opferbringungen, Rituale zu bestimmten Festtagen werden, soweit sie bekannt sind übernommen und nur dann neu erdacht wenn sie mit geltendem Recht oder eigenen Moralvorstellungen nicht vereinbar sind. 

Radikales Beispiel: Wir opfern unsere Feinde nicht mehr Odin, versenken Rechtsbrecher nicht mehr in Mooren, und hängen Gegner nicht hübsch an zu sehen in Bäume, so wie es eben in etlichen Gegenden des alten Heidentums, nicht immer und nicht überall. Doch häufig der Fall war. Wobei ich das bei Bestimmten, einigen wenigen sogar ein hin und wieder bedaure. Aber das hat nichts mit dem Glauben und Alt oder Neu im Heidentum zu tun sondern ist ein rein privates Empfinden ohne diesbezügliche Absichten der Durchführung.

Die Vegetarier, oder Veganer würden sich auch von dem opfern tierischer Produkte entsagen, auch wenn sie sich dem Altheidentum zurechnen. Diese Anpassung ist auch ohne jede Kritik. Was zählt ist die Einstellung. Ist das was ich den Göttern opfere um sie, zu was auch immer zu bewegen etwas von mir selbst, von dem was ich mir wie auch immer erarbeitet habe, usw. oder ist es nur so larifari eine Art Symbol. Respektive ein Ritual das um der Nostalgie willen, man machte es halt so, veranstaltet 
wird. Vorschriften zu erlassen die auf angebliche Studien beruhen sind weitgehend erfunden.
Einer Definition stimmen wohl alle zu die sich zum Altheidentum rechnen, wie sie eben Geza selbst auch definiert. Allerdings leitet er aus dieser Definition Rückschlüsse auf sich selbst ab die für viele Anlass sind ihn zu verlachen ob der Dreistigkeit die er dabei an den Tag legt.

Das Altheidentum heute ist der Glaube wie ihn unsere Vorfahren verinnerlicht hatten, ähnlich wie heute einige Christen das Urchristentum leben im Gegensatz zu dem Kirchenglauben der Landeskirchen. Allerdings mit dem unterschied das wir weniger Wissen überliefert haben als eben die Christen.

Die hanebüchenen Ansprüche und obskuren Rückschlüsse eines Gewissen Gezas, bezogen auf sich selbst mal außer Acht lassend, ist das der eigentliche Unterschied zum Neuheidentum und darin liegt einfach kein Streitpunkt untereinander.

Nicht mal die Kenntnis um die Ausführung von Ritualen ist dabei in irgendeiner Form von wesentlicher Bedeutung. Sondern allein die Glaubenshaltung zu den Göttern. 

Diese, auf der Oberflächlichen Ebene bleibende Artikel deckt bereits genug die unseriöse Haltung des Alzheimergoofys auf. Eine tiefer gehende fachliche Untersuchung mit entsprechenden Quellenverweisen ist zwar möglich aber ich erachte sie als überflüssig da die Widersprüchlichkeit seiner Ausführungen für sich spricht. Und ich muss mir nicht beweisen was bereits durch einfache Betrachtung seiner Selbstdarstellung offensichtlich ist. Das wäre als wolle man beweisen das Papst katholisch ist.



Montag, 2. November 2015

Heidentum



Heidentum – was ist das? Oder Des Deutschen Heiligtum, die Differenzierung von Begrifflichkeiten.

In letzter Zeit bemerkte ich interessante aber auch sehr seltsame Gespräche über Heidentum. Die Standpunkte waren von einem unerträglichen Wischiwaschi bis hin zu beinahe dogmatischen Selbstverständnissen.

In der Hauptsache sind es drei Standpunkte die vertreten werden.

1      1.   Heidnisch ist alles was nicht zum Christentum zählt oder sich auf das Neue Testament 
             beruft.

2      2. Heidentum bezeichnet alle Glaubensmodelle die sich nicht auf den Gott der Bibel 
            beziehen.

3      3. Heidentum ist eine spezifische Bezeichnung für sämtliche polytheistische     
            Glaubensmodelle oder auch alle Formen der Naturreligionen.   

Alle drei Definitionen haben den Charakter von differenzierter Ausgrenzung der je nach Standpunkt einen negierenden Beigeschmack enthält. 

Der Einfachheit halber, um unsäglichen langweiligen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, um tatsächliche Themen zu diskutieren wird der Begriff Heidentum auch von denen die als Anhänger des Heidentums gelten längst akzeptiert.

Warum wird er dann noch intern und extern so oft diskutiert?

Das eben liegt wohl an des Deutschen Definitionswut!

Ich selbst erwische mich nicht selten dabei, dass ich mich frage: dieser Glaube gehört aber nicht zu *uns* Heiden. 

Ich habe kein Problem mit dem etwas anderen Glauben dieser Menschen (Wicca als Beispiel genannt) aber gehören die zum Heidentum? Oder doch mehr zum Esoquark?

Ich bin in einer Gruppe die nennt sich - Heiden vereinigt euch – Dort gibt es einige da kann ich sagen, die verwirren mich. Ihre Definitionen, ihres Glaubens kann ich so gar nicht nachvollziehen. Manches Mal wird dann meine Toleranzfähigkeit an ihre Grenzen geführt. Und ich bin sicher dass auch andere damit manches Mal Probleme haben. 

Heidentum hat eben auch viele persönliche Definitionen. Hinzu kommt das ich bestimmte Glaubensmodelle einfach (vor mir selbst) die Zugehörigkeit zum Heidentum schlicht weg verweigere (extremes Beispiel: Jene die an das fliegende Spaghettimonster glauben) Auch hier bin ich überzeugt, dass anderen das ebenso geht. 

Meine Definition von Heidentum ist: -
Heidnischer Glaube umfasst einen Glaube an ein Polytheistisches Glaubensmodell die sich auf einen über viele Generationen und Jahrhunderte lang gewachsenen allumfassenden Glauben und Überzeugungen bezieht.

Der nordische Glaube, die Götterwelt der Griechen, der Ägypter, den div. Glauben des amerikanischen Doppelkontinents, der Aborigines, oder den diversen Nahost,- oder Ostasiatischen Religion die oft unter den Begriff schamanische Glaubenswelten zusammengefasst werden.

Zusammenführungen und vereinheitlichte Glaubenswelten aber lehne ich zum Heidentum gehörig ab. Beispiel die angewandte Esoterik in Deutschland. Oder die meines Erachtens pseudobuddhistische in Europa verbreitete Alles wird gut – Wertevorstellung.

Ich sehe allerdings die Grenzen zum Heidentum als sehr fließend an. Und nur für jeden, für sich selbst festlegbar. 

So sehe ich Wiccas in ihren Coven und Ritualen durchaus dem Heidentum zu zurechnen, aber ich sehe sie auch der Esoterik gleichermaßen verwandt. Hier ist eine Grenzziehung tatsächlich allein abhängig von jeder einzelnen Person. 

Bei Esoterikern die dem Wesen des Wicca Glaubens zugeneigt sind, ist aber die Grenze wieder ganz klar für mich. 

Letztendlich ist, was Heidentum definiert. Immer eine persönliche Definition. Völlig unabhängig von dem was Lexika oder Wikipedia vorgeben zu meinen. Mit dem Begriff an sich verbinde ich weder Negatives noch genau Spezifisches. Mir dient er allein zur Vereinfachung einer Gesamtdarstellung.

Ich gehöre dem Heidentum an - oder besser – Ich glaube an die Existenz sich selbstbewusster Wesenheiten die ich Götter nenne und fühle mich all jenen verbunden deren Glaube dieselben Götter anrufen (hier könnte der Begriff Altheidentum und Neuheidentum einfließen aber das ist ein anderes Thema). Ich mache da keinen Unterschied in Bezug auf das Heidentum.



Dienstag, 13. Oktober 2015

Soziale Verrohung - Soziales Bewusstsein - Ich, Du, Wir


Soziale Verrohung oder Die Gleichgültigkeit sozialen Bewusstseins

Es sind nur Kleinigkeiten, die mir immer wieder auffallen. Die aber kontinuierlich. Angefangen beim Entmüllen von Hosentaschen, Autos und Anderem was man eben mal unterwegs fallen lässt. Getränkedosen und Flaschen, Eispapier usw. Das gab es auch früher schon. Aber lange nicht in dem Ausmaß. Selbst wenn ein leerer Papierkorb keine drei Meter entfernt steht. Und ich rede hier nicht von Menschenansammlungen irgendwelcher Events, die sind dann nochmal eine ganz andere Hausnummer, sondern vom ganz normalen Alltag.

Der Neoliberalismus fördert die zwischenmenschliche Verfeindung  (irgendwo aufgeschnappt. Verstehen tue ich ihn nicht wirklich)

 

„Zwei Jungen begegnen irgendwo in den amerikanischen Wäldern einem aggressiven Grizzlybären. Während der eine in Panik gerät, setzt sich der andere seelenruhig hin und zieht sich seine Turnschuhe an. Da sagt der in Panik Geratene: ‚Bist du verrückt? Niemals werden wir schneller laufen können als der Grizzlybär.‘ Und sein Freund entgegnet ihm: ‚Du hast Recht. Aber ich muss nur schneller laufen können als du.‘“ (Robert Stern)

Diese kleine Geschichte zeigt wunderbar auf “Jeder ist sich selbst der Nächste“ Das ist genau die realistische Sichtweise zu. – “Ich bin tolerant und jeder soll tun was ihm beliebt solange er andere … bla, bla, bla“. Ich hasse diese nichtssagende Floskel.

Toleranz ist, wie ich schon anderweitig ausführte. etwas zu dulden. Jemanden, oder Etwas Raum zu geben, von dem Raum den ich bis dato besetzte. Genau gesagt, Toleranz beginnt da wo ich mich, wegen des Anderen zurück nehme. Alles andere ist Gleichgültigkeit. Und aus dieser Gleichgültigkeit resultiert auch „wenn ich schneller bin als du – wirst du gefressen und ich bin sicher. Siehe obige Geschichte. Statt zusammen einen schweren Ast an zu spitzen und gemeinsam gegen den Feind zu stehen. Und so beide zu retten. Nee, nee erst mal zählt allein die Individualität. Hauptsache ich.

Aus dieser “Moral“ heraus ist es eben leicht zu sagen “Ich toleriere jeden.“ Nein, ich interessiere mich nur nicht für ihn. Und letztendlich ist es mir egal was der Andere tut. Und das wird dann Toleranz genannt. In Wahrheit ist es eben nur Gleichgültigkeit und genau aus dieser Haltung wird aus Hilfsbedürftigkeit schließlich Einsamkeit. Und in der Einsamkeit wird die Hilflosigkeit geboren. Wo die Spirale der Verdrießlichkeit, so nenne ich sie, anfängt? Ich weiß es nicht genau. Bei jedem mag ein anderer Ansatz sein, aber fast jeder kommt da einmal rein. Allein wie lange wir verweilen liegt an uns selbst. 

Das raus kommen aus der Gleichgültigkeit ist so einfach, so simpel, ja jeder Idiot kann das, ebenso wie jedes Genie. Begegnet den Menschen denen ihr begegnet. Lächelt einander an wenn ihr mit dem Rad einander begegnet, sucht den Augenkontakt. Ist übrigens auch nebenbei hilfreich wenn die Vorfahrt nicht eindeutig ist. Oder wenn ihr morgens in die Bahn steigt, sagt einfach mal laut (nicht schreien) es reicht die direkte Umgebung, sagt einfach mal Moin. Wahrscheinlich wird niemand reagieren, macht das eine Woche lang ein paar werden den Gruß erwidern. Wenn nun wirklich keiner reagiert nehmt einen Bus / Bahn später versucht dasselbe. Wenn ihr Glück habt antworten einige freundlich, und das kann sich ausbreiten. Nicht ignorieren, nicht tolerieren, annehmen

Tolerante Menschen geben anderen Raum in ihrem Raum und lassen nicht einfach nur ihre Existenz zu. So einfach ist das.

Ich kann alle ignorieren, das geht. Es ist aber unmöglich alle zu tolerieren. Alle in meinen Lebensraum zu holen. Und ebenso wie ich einige toleriere muss ich einige ignorieren und einigen verweigere ich meine Toleranz. Individualität ist nicht alles zu machen was einem gerade in den kopp kommt, sondern die Möglichkeiten zu variieren, in denen ich mich bewege.

Für mich ist das eine einfache Sache!

Liberal bedeutet alles zu zulassen was nicht direkt meinen individuellen Lebensraum beeinträchtigt. Und das ist eine absolut kaltherzige Gleichgültigkeit der Gemeinschaft gegenüber in der man lebt und selber Raum beansprucht.

Egoismus in reinster Klarheit. Für mich die widerlichste Art zu leben.

Ein soziales Leben sieht anders aus. Ein “Wir“ wird nicht erreicht, durch das Ignorieren aller anderen, sondern das kümmern. Das aneinander Anteil nehmen. Durch das Wahrnehmen des Anderen und eben den Willen zum Austausch.

Ich bin selbst sicher kein Moralprediger und viele der von mir kritisierten Verhaltensweisen treffen auch auf mich zu. Allerdings hab ich nie vorgegeben tolerant zu sein, sogar das Gegenteil. Aber ich habe auch nicht andere verflucht die anderer Meinung waren, anders handelten. Spricht sich jemand für die bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen aus. Soll er das tun. Spricht sich jemand für einen Stopp der Aufnahme aus. Soll er das tun. Aber in jedem einen Nazi sehen der Ängste hat vor so vielen aus fremden Welten. Andererseits jeden als Volksverräter und schlimmeres zu beschimpfen der sich für diese Flüchtlinge einsetzt ist dem jeweils anderen völlig gleich, er lebt in Ignoranz und Verachtung. 

Toleranz ist auch das zu zulassen das der Andere Gefühle, Empfindungen und Meinungen hat die man selber weder für gut befindet, noch nachvollziehen kann. Und nochmal, die Moschee zulassen drei oder vier Querstraßen weiter ist keine Toleranz sondern Gleichgültigkeit, das dagegen sein eine eher unbegründete Angst, das aktiv dafür oder dagegen einsetzen. Ein Einmischen in Dinge die dich nicht betreffen. Misch dich ein gegen das wegschauen, gegen das Wegwerfen von Müll in Parks usw.

Nägel mit Köppen


Eine Moschee zu zulassen ein paar Straßen weiter ist kein Merkmal für Toleranz und schon gar nicht für ein soziales Gewissen. 

Eine Moschee in derselben Straße, 50m weiter oder näher ist Toleranz, wenn diese Moschee auch Minarette hat plus Ausrufer ist das hochgradig tolerant oder aber auch nur Ohnmacht. 

Flüchtlinge aktiv zu unterstützen ist nicht tolerant, nein das ist soziales Handeln. Den Obdachlosen aber ignorieren der seit Jahren vor dem Supermarkt bettelt wo du einkaufst, das ist asoziales Handeln, ihn dort zu dulden ist aber durchaus tolerant. Oder aber auch Gleichgültigkeit. 

Die Oma ins Altenheim zu bringen ist manchmal eine soziale Notwendigkeit und manchmal ein soziale Kälte die ihresgleichen sucht.

Asylheime in Brand setzen ist immer asoziales Verhalten und terroristische Aktion. Gegen überfüllte Asylheime sich einsetzen kann durchaus sozial motiviert sein. 

Einem Anderen von dem zu geben was man selber nicht braucht bedarf einer minimalen sozialen Einstellung aber keinerlei Toleranz

Einem Anderen von dem zu geben was man selber benutzt zeugt von sozialem Gewissen und von Toleranz
Einem Anderen von dem zu geben was man selbst braucht von dem man nicht selbst genug hat das ist ein hohes soziales Gewissen und eine hohe Toleranz. 

Das trifft auf die unterschiedlichsten Möglichkeiten und Beispiele zu. Auch auf Meinungsbildung und politische Einstellungen.

Soziales Gewissen ist eine Sache die man lernt. Toleranz ist eine Charaktereigenschaft. Macht was draus, bei euch, nicht bei Anderen. Aber nicht gegenüber euch sondern gegenüber dem Anderen. 

Keine Sorge ich bin teilweise und auch genauso oft verwirrt darüber wenn ich das versuche bei mir zu integrieren.


Der religiöse Aspekt

Glaubensausrichtungen und ihre diversen Gemeinschaften, gleich welcher Ausrictung, welchen Göttern sie auch folgen, haben irgendwo in ihrem Wertgefüge mal mehr oder weniger differenzierte Formen der Toleranz, der Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft in ihre Lehren integriert. Ob und in welcher Form diese durch ihrer Angehörigen vertreten werden soll hier nicht erörtert werden, nur in soweit, keine erfüllt wirklich ihren eigenen Anspruch. Einige Einzelne, unabhängig welchem Glauben sie angehören, gelingt das vorbildlich, doch es ist nicht die Regel.

In meinem Glauben ist das nicht anders. Gastfreundschaft genießt höchste Priorität. In der Praxis bin ich weiter davon wech als Kim Jong An von einem Job beim Emma-Magazin.

Natürlich empfange ich gelegentlich Besuch, der auch Speis und Trank und auch schon einen Schlafplatz erhielt, aber das waren ausgesuchte Leute. Ich spendete für Greenpeace, für Kinder denen sterbend ein letzter Wunsch erfüllt wurde. Für Tierrettung auch schon usw. nach dem Tsunami griff ich tiefer in meine Tasche als sonst. 

Doch würde ich meine Nachbarn aufnehmen wenn denen die Bude ausbrennt? So und das jetzt auf größere Ereignisse übertragen??? Ich mag garnicht drüber nachdenken. Ich schäme mich ddeswegen sogar, Aber nicht soweit das ich es aus dem Stand ändern wollte, könnte, würde.

Ich weiss auch nicht wie das genau zu lösen ist. 

Ich weiss aber das unsere Gesellschaft, unsere Welt so aufgebaut ist das das Individuelle über allem steht und das einfachste Wir schon enorm schwierig ist für den Einzelnen.

Ich bin beim Bewusstwerden und beim Umdenken, beim Handeln noch nicht, das bekomme ich noch nicht hin, aber ich bin mir dieser Unzulänglichkeit wenigstens schonmal bewusst. Ich will nicht sozial verohen!

Und DU?