Sonntag, 11. September 2016

Die Dogmen meines Glaubens




Dogmen/Dogma = feststehender unumstößlicher Lehrsatz.

Dogmen in Glaubensfragen, so jedenfalls sagen Kritiker, und das durchaus begründet, führen zu Hass, Gewalt und Krieg. Und die Geschichte gibt ihnen Recht. 

Dogmen sind also böse respektive schlecht und führen zu unnötigen und sinnlosem Zwist. Darum haben Heiden, Anhänger der Naturreligionen, Asatru keine Dogmen wie die Buchreligionen mit ihrem allein seligmachenden Anspruch. Den esokatholischen Möchtegern-Heidenpapst mal außer Acht lassend

Ich wag aber mal einen Einwand. Eine Anregung, eine Anregung zur eigenen Ehrlichkeit.
Auch ich habe Dogmen. Lehrsätze die ausformuliert sind., die Grundlage , die eine Grundlage meines Glaubens sind, ohne die meine Glaubenswelt vielleicht nicht gänzlich zusammenbricht doch ihm großen Schaden zufügen würde und irgendwie kompensiert werden müssten.

Ein Dogma ist nicht gleich ein Dogma. Es gilt zu unterscheiden. Ich bin ein Fan von Differenzierungen, jedenfalls manchmal. Ein Dogma kann für mich eine absolute Gültigkeit haben. Eine unumstößliche Wahrheit beinhalten. Oder aber das Dogma erhebt in seiner Ausführung einen allgemein gültigen Anspruch. Einen sogenannten Absolutheitsanspruch.

Beispiel: Yeshuda Ben Joseph (Jesus) wird zugeschrieben das er gesagt haben soll: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…. Dieser Anspruch ist ein Dogma in der so, allein für sich genommen ist jeder der drei Aussagen ein individuell auslegbares Dogma. Und wird inzwischen von einigen Christen auch individuell ausgelegt. Aber der Satz geht ja noch weiter, …. Niemand kommt zum Vater als durch mich. Jetzt wird es ein absolutes Dogma.

Sollte Yeshuda das wirklich so formuliert haben. Dann erhebt er den Anspruch die einzig mögliche Schnittstelle zu sein zwischen der Erbsünde (Dogma) und Gott = (der Absolute, Reine, Gute usw). (Dogma).

Natürlich sieht man die Dogmen des Christentums im Zusammenhang als sich ergänzend und einander tragend. Das ist auch so gewollt.

Nun auch ich habe Dogmen = Lehrsätze die ich als gegeben erkannt und hingenommen habe. Und die für mich, für meinen Weg unabdingbar sind.

Beispiel: Die Götter sind sich selbst bewusste Wesenheiten, deren Fähigkeiten und Möglichkeiten außerhalb dessen liegt was ein Mensch tatsächlich zu definieren weiß.

Ohne dieses Dogma: würde mein Glaube relativ sein, im sprichwörtlichen wie im tatsächlichen. Ich würde immer noch die gleiche Einstellung haben zur Natur, zu Monsanto, Nestle, zu Zoologischen Anlagen zu Tittep, Ceta und vielen anderen Themen. Aber es wäre eine rein philosophische Überzeugung. Meine “guten“ Taten wären viel egoistischer geprägt, ich sähe mich nicht mehr so sehr als Teil eines großen Ganzen, meine Grenzen wären enger, mein Selbstwertgefühl weniger. 

Die Dogmen, die in meiner Glaubenswelt unumstößlich sind, sind unumstößlich für mich, nicht für andere. Nicht mal dann wenn ihr Glaube mit dem meinem kompatibel ist. Das liegt auch an meinem Glaubensverständnis, eben wie ich glaube verstehe. Wie in anderen Artikeln schon erwähnt, verstehe ich den Glauben als persönliche Beziehung zu denen die ich Götter heiße. Und wie jede andere Beziehung kann diese nur beurteilen wer eben in diese Beziehung eingebunden ist. Als Außenstehender kannst du, und du und alle andern nur das beurteilen was ich offenbare. Das kannst du annehmen und glauben oder nicht. 

Es ist eine einfache Logik. Wo kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhoben wird kann auch ein Dogma nur individuell Gültigkeit haben. Daraus ergibt sich natürlich, dass jedweder Anspruch einer Person auf Alleinvertretungsrecht für was auch immer nicht haltbar ist. Das wurde in der Zeit als der germanische Glaube noch allseits praktiziert wurde auch nie erhoben. Die historischen Belege hier auf zuführen ist müßig und geschenkt.

Nur eine absolutistische Religion wie die abrahamitischen Religionen erheben einen absoluten Wahrheitsanspruch der allgemeingültig sein soll. So wie es eben Yeshuda Ben Josef zugerechnet wird. ICH bin der Weg die Wahrheit und das Leben. Selbst für einen Gott ist das aus heidnischer Sicht ein unvorstellbarer Affront gegen die anderen Götter.

Aber das soll meine Sorge nicht sein.

Ich habe Dogmen, Lehrsätze die für mich unumstößlich sind. Auf denen mein Glaubensleben, meine Rituale und mein Denken meine Werte aufbauen. Sie ersetzen mir den Glauben = die persönliche Beziehung zu den Göttern nicht. Aber sie erden das drum herum.

Erhobene allgemeingültige Dogmen die für jedermann zu gelten haben sind wider der Natur aller paganen Glaubensformen. Wer solche Ansprüche erhebt. Mag sich seine eigene Religion geformt haben und auch in ihr glücklich werden. Aber es ist nicht die Weg der Götter denen ich opfere, die ich anrufe. Dogmen sind keine Naturgesetze. Wer dem widerspricht hat es nicht verstanden und ist zu bemitleiden. Denn ihm fehlt es an jedwedem Glauben, den hat er durch Dogmen ausgetauscht hat.