Montag, 13. August 2007

Zweifel im Glauben

Ich glaube nicht mehr an Gott, an die Götter, an Jahwe, Allah, Odin, Krishna oder welchen Gott auch immer.

Wie kommt es dazu das man diese Auffassung für sich formuliert?

In unseren Breiten hört man oft Sätze die da sagen: "Ich glaube nicht an Gott -

..... weil er mir diesen oder jenen Menschen nahm.
..... weil es soviel Ungerechtigkeit gibt in der Welt.
..... weil mir dies oder jenes passierte, oder auch nicht passierte.

Andere wieder vertreten die Ansicht sie können nicht mehr glauben weil ja die Wissenschaft bewiesen hätte das es Gott nicht gäbe.

Doch was sind diese Zweifel wirklich? Ist es wirklich ein zweifeln an der Existenz des Gottes, der Götter, des göttlichen? Oder doch nur ein sich raus reden aus der eigenen Verantwortlichkeit?
Warum glaubt man eigentlich an das was man glaubt?

Glaube ich, was ich glaube, weil ich es so gelernt habe?
Glaube ich, was ich glaube, weil ich mich "absichern" will?
Glaube ich, was ich glaube, weil ich mich da hineinvertieft habe und erkannt habe das muss so sein?
Glaube ich, was ich glaube, weil es mir aus dem Herzen kommt?
Glaube ich, was ich glaube, weil Herz, Hirn, Bauch sich einig sind?

Ebenso wie es Ausreden gibt nicht glauben zu "müssen", ebenso meint man gäbe es Gründe zu Glauben. Ich weis es nicht wer, welchen Grund hat, was auch immer zu glauben, an welchen Gott auch immer. Ich besitze da auch zu wenig Toleranz alles zulassen zu müssen zu wollen.

Meines Erachtens gibt es keinen Grund nicht zu glauben als die Überzeugung... Gott, Götter, das göttliche ... ist bewiesener Weise nicht Existent. Das ist zwar auch nur ein Glaube denn es gibt keinen reellen Beweis, aber man kann es glauben so man will. Und persönliche Mißerfolge oder Unglücke sind sicher keine Begründung nicht zu glauben.
Auch weil mir die jeweilige Religion nicht richtig erscheint, deswegen nicht zu glauben, ist keine Begründung

Die Frage: Gibt es Gott, Götter, das göttliche? Das ist nicht die Frage nach der richtigen Religionausübung sondern die Frage an mich persönlich: Glaube ich oder eben nicht? Fertig! Nichts anderes.

Wenn ich also behaupte: Ich glaube nicht mehr an die Götter, Gott. Dann muß ich mir die Frage gefallen lassen. Hast du je wirklich geglaubt?

Denn in Wahrheit glaube ich nur das der gemeinte Gott sich mir nicht ausreichend widmet. Das ich von Seiten dieses oder dieser Götter zu wenig Aufmerksamkeit, Schutz usw. erhalte, obwohl ich doch jeden Sonntag in die Kirche gehe, jeden Freitag in die Moschee, jeden Feiertag in den Tempel oder wohin auch immer gehe. Sind die Götter denn unsere Lakaien?

Der Zweifel am Glauben ist meines Erachtens allein in der Religion begründet. Eine Religion die behauptet der jeweilige Gott kümmere sich direkt und exklusiv um der Dinge der ich Bedarf. Tja da können schon Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Religion kommen. Aber, eben an der Religion nicht am Glauben selbst.

Ich habe nie an meinem Glauben gezweifelt, wenn dann gelegentlich an Aspekte oder Inhalten dessen was ich glaube.. auch gläubige Menschen irren gelegentlich. Aber am Glauben an die Götter? Zu keiner Zeit, an keinem Ort, seit ich meinen Glauben gefunden habe.

Donnerstag, 2. August 2007

Die Eddas. Meine Gedanken zu Inhalten der Eddas

Es gibt sicher viele Bedeutungen, die ein jeder für sich aus dem Text der Eddas ziehen mag. Die Eddas selber erheben keinen Anspruch auf absolute Wahrheiten, oder gar das Wort der Götter zu sein, oder gar ohne Fehl, dieses Denken ist allein den Buchreligionen zu Eigen.

Die Eddas erheben den Anspruch das was erzählt wurde, von Ahne zu Enkel, von Mutter zu den Kindern von den Alten zu den Jungen wider zu geben. Und wollen dem. Der was er sich daraus ziehen mag ein Erklärung eine Hilfe zum Verstehen sein zum Verstehen der Götter sich selbst und das Leben an sich. Hilfe nicht Anweisung.

Eigene Gedanken zum Buch Havamal, des Hohen Lied

1 Der Ausgänge halber bevor du eingehst
Stelle dich sicher,
Denn ungewiß ist, wo Widersacher
Im Hause halten.

Dieser Rat allein besagt viele Dinge. Er besagt nicht: Sei immer auf der Flucht. Er besagt, sich nicht unbedarft an fremden Orten zu bewegen. Sich zu vergewissern das man nicht in mögliche Fallen rennt. Angefangen von Haustürgeschäften über unbekannte Kneipen bis hin zu Veranstaltungen aller Art. Einfach Obacht halten ohne gleich vor lauter Ängstlichkeit zu erzittern. Achtsamkeit und Vorsicht ist keine Angst sondern reine Selbsterhaltung.

4 Wasser bedarf, der Bewirtung sucht,
Ein Handtuch und holde Nötigung.
Mit guter Begegnung erlangt man vom Gaste
Wort und Wiedervergeltung.

Hier ist nicht gemeint eine Anleitung für das Gaststätten und Hotelgewerbe, obwohl dies auch denen nützlich sein mag. Nein gemeint ist der Gast im eigenen Hause. Etwas was heute teils Aufgrund gesellschaftlicher Umstände, teils Verrohung der Sitten oder mangelnder Ethik kaum noch Anwendung findet. Weil eben auch zu oft sich der Gast als Dieb erweist. Und doch ist das Gastrecht in allen Völkern ein heiliges Recht.

11 Nicht üblern Begleiter gibt es auf Reisen
Als Betrunkenheit ist,
Und nicht so gut als mancher glaubt
Ist Ael den Erdensöhnen,
Denn um so minder je mehr man trinkt
Hat man seiner Sinne Macht.

Nicht wie viele glauben, daß, das Besaufen bei den Heiden allerorts Gang und Gebe ist. Wird doch hier geraten zur Besonnenheit insbesondere auf Reisen, sprich abseits des eignen Herdes = Hauses.

15 Der unwerte Mann meint ewig zu leben,
Wenn er vor Gefechten flieht.
Das Alter gönnt ihm doch endlich nicht Frieden.
Obwohl der Speer ihn spart.

Die hier vertretene Ansicht klingt in mancher Ohren archaisch und überholt. Und doch ist es übertragbar. Nicht jeder Streit, nicht jede Auseinandersetzung muss in brachialen Gewaltexzessen enden. Oder sonstwie Leib und Leben gefährden. Unsere Gesellschaft heute hat andere Formen der Auseinandersetzungen die manchmal viel brutaler in ihre Auswirkungen sein können als einfache körperliche Gewalt. Es heißt nicht umsonst, die Zunge sei ein scharfes Schwert. Es ist also übertragbar. Stehe deinen Mann oder deine Frau an deinem Platze. Denn wer immer nachgibt ist am Ende der Dumme und wird von niemandem ernst genommen.

20 Selbst Herden wissen, wann zur
Heimkehr Zeit ist
Und gehn vom Grase willig;
Der Unkluge kennt allein nicht
Seines Magens Maß.

Diese Weisheit ist wohl allen Menschen zu Eigen so diese denn nur ein klein bisschen Verstand haben und sich nicht gänzlich in Narreteien ergeben.

23 Ein unkluger Mann meint sich alle hold,
Die ihn lieblich anlachen.
Er versieht es sich nicht, wenn sie
Schlimmes von ihm reden
So er zu Klügern kommt.

24 Ein unkluger Mann meint' sich alle hold,
Die ihm kein Widerwort geben;
Kommt er vor Gericht, so erkennt er bald,
Daß er wenig Anwälte hat.

Einfache doch klare Erkenntnisse die jeder im Leben gewinnt.

35 Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr,
Zwei Ziegen nur und dazu ein Strohdach
Ist besser als Betteln.

36 Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr.
Das Herz blutet jedem, der erbitten muß
Sein Mahl alle Mittag.

Eine heute vergessene und oft unverstandene Erkenntnis. Es ist nicht wichtig ob du viel besitzt wie groß dein Haus ist, wie viele Millionen du hin und her schiebst. Auch nicht ob du Geschmeide besitzt. Was allein zählt ist daß das was du besitzt auch dein Eigentum ist. Dabei ist es unerheblich ob es nun ein schäbige Hütte ist oder ein 150 Zimmerpalast. Eigener Herd ist eigener Herd.

51 Die Gabe muß nicht immer groß sein:
Oft erwirbt man mit wenigem Lob.
Ein halbes Brot, eine Neig im Becher
Gewann mir wohl den Gesellen
.

Es ist nicht die Größe der Gabe, die Höhe der Spende, die Wirkung die erzielt wird, auch nicht die Art der Gabe. Es ist das Wie! Wie ich es gebe. Gebe ich mit Herzen? Gebe ich freudig? Gebe ich um zu geben?

53 Der Mann muß mäßig weise sein,
Doch nicht allzuweise.
Das schönste Leben ist dem beschieden,
Der recht weiß , was er weiß
.

Ist viel wissen, ein großes Wissen haben falsch? Nein, darum geht es gar nicht. Sondern das was wir meinen zu wissen auch wirklich zu wissen. Es ist nicht wichtig alles zu wissen, was auch unmöglich ist. Oder möglichst viel zu wissen, denn je mehr ich von vielem weis je weniger geht mein Wissen in die Tiefe. Besser ist`s weniger zu wissen aber das wissen auch wirklich zu verinnerlichen. Weise ist nicht wer viel weiß sonder wer das, was er weis auch wirklich weis.

75 Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
Welcher sich guten gewann.

Das letzte Hemd hat keine Taschen. Viele Menschen klammern sich an das was sie haben. Sie wollen weder loslassen noch teilen. Sie sorgen sich um das was kommen wird nach ihrem Ableben. Einige spenden dann aus Verzweiflung, Andere fangen das Beten an. Doch ist die Frage wirklich .... Kann ich das danach noch beeinflussen? Kann ich etwas mitnehmen?

Meine Frage lautet... Was lasse ich zurück?

Eines Tages von dieser Welt zu gehen in der Gewißheit in kürzester Zeit vergessen zu sein. Jahrzehnte gelebt zu haben ohne Spuren zu hinterlassen? Diese Leute sterben einsam gehen nicht nur den letzten schritt allein, sondern auch den weg zum letzten Schritt auf Erden. Ich sterbe lieber heute unter Freunden und sich Erinnernder als in 30 Jahren einsam und unbeachtet.

94 Das Gemüt weiß allein, das dem Herzen innewohnt
Und seine Neigung verschließt,
Daß ärger Übel den Edlen nicht quälen mag
Als Liebesleid.

Keine Weisheit, sei sie nun von den Göttern oder aus des Menschen Geist taugt für alle Dinge des Lebens. Diese hier ist da keine Ausnahme. Doch für was taugt diese?

Sie sagt nicht, lebe alle deine Neigungen, alle deine Bedürfnisse aus, ohne Rücksicht auf alles andere. Was sie aber aussagt ist. Ich soll sie nicht mit Gewalt meine Emotionen, meine Neigungen zu unterdrücken, sondern sie auch leben. Im Kontext aber zu meinen Werten, so ich denn welche habe. Niemals aber wirklich Niemals sollten mir meine Gefühle wenn sie ehrlich sind Sünde sein.

Freitag, 27. Juli 2007

"Füllosofische" Betrachtungen

Was eigentlich sind philosophische Betrachtungen? Ohne mich nun detailliert über Philosophie an sich aus zu lassen, kann man durchaus logisch nachvollziehbar behaupten: Philosophische Betrachtungen sind das Erwägen (überlegen) unterschiedlicher Möglichkeiten, Variationen, Standpunkte, Thesen zu einem festen Objekt, Ausgangssituation, Begriff oder Behauptung. Um sich nicht im Detail zu verlieren soll hier diese Definition gelten.

Philosophische Betrachtungen können ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Sie können vom Ausführenden für gute Zwecke benutzt werden aber auch zu niederen Zwecken verwand werden. Man kann damit die eigenen Überzeugungen kontrollieren und hinterfragen. Aber auch kritisieren zerpflücken demontieren.

Im Sinne des "Erfinders" ist aber wohl, eine philosophische Betrachtung eine Sache von allen Seiten zu beleuchten und ihre Möglichkeiten in ihrer Anschauung zu vertiefen und zu festigen. Oder aber eben die Anschauung immer mal wieder zu hinterfragen vom veränderten Standpunkt aus.

Eine philosophische Betrachtung ist genauso wenig eine Wahrheit wie eine Meinung. Nur weil ich meine das ist so oder so Richtig wird sie nicht zur Wahrheit.

Sie ist einfach nur eine Betrachtung, ein Versuch ein Bemühen das angenommene zu überprüfen. Eine Wahrheit bedarf keiner Überprüfung denn sie ist ja wahr.

Es ist an sich jedem Menschen anzuraten seine Überzeugungen thematisch, chronologisch, systematisch oder von mir aus quer Beet immer mal wieder von verschiedenen Standpunkten aus zu überprüfen. Eine Weltanschauung eine Überzeugung sei sie nun religiös, politisch, ideologisch oder was auch immer ja selbst das eigene Gewissen so es denn Leben hat wird sich immer verändern mit den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen. Nur tote Überzeugungen gleich welcher Art bedürfen keiner Überprüfung denn sie sind ja eh schon tot.

Wer meint, mein Glaube, meine Überzeugungen sind der Weisheit letzter Schluss, die alles umfassende Wahrheit, oder "meine" Wahrheit. der braucht sicher keine Betrachtungen. Denn er ist bereits in einer Welt die nun ja, einen schönen Gruß an Freddy Krüger *schmunzeln*

Montag, 23. Juli 2007

Hoffnungen, Erfahrungen, Fehleinschätzungen oder Eine Pilgerreise

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. So oder ähnlich beginnt ein Kinderlied das sich gelegentlich auch bewahrheitet.

Einige Jahre schon, eigentlich schon vor vielen Jahren, hatte ich diese Idee einer Wanderung durch Niedersachsen. Doch diese Idee verschob ich immer und immer wieder. Warum? Reine Faulheit. Die Idee fand ich immer Klasse, die Ausführung grauste mir. Laufen? Ich? Näää! Ich hasste es immer längere Wege zu Fuß zu gehen. Ich hatte immer alles was ich bedurfte entweder in unmittelbarer Nähe oder erreichte alle Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Als ich meinen Glauben anfing zu erleben kamen weitere Gründe dazu. Das Land meines Vaters zu erfahren der in NDS geboren und aufgewachsen ist. und Orte zu finden die man als Kraftorte oder Haine, heilige Haine in Frage kommen.

Viele Fragen bauten sich auf.

1. Welche Strecke soll man gehen?

2. Wieviel Kilometer schafft man, kann man schaffen, muss man schaffen an einem Tag?

3. Wie werden die Wetterbedingungen aussehen?

4. Welche Dinge muß man, welche könnte man mitnehmen, welche braucht man keinesfalls?

5. Welche organisatorischen und Logistischen Fragen müssen wie geklärt werden?

Alles wunderbare Ausreden nichts zu tun. Alles zu verschieben, ein schlechtes Gewissen gegenüber sich selbst zu vermeiden.

Doch dann kam mir die Eingebung. Organisiere das von dem du weißt das du genau das so willst und von dem du glaubst das es unbedingt zwingend ist und geh einfach los. Vertraue deinen Göttern das sie dem helfen der sich ihnen anvertraut.

Also besorgte ich mir einen Bollerwagen, eine passende Kiste, einen Startpunkt, packte zusammen was ich mitnehmen wollte und setzte den Tag meiner Reise fest. Kurz vor Beginn der Reise hatte ich noch die Idee das Gute mit dem Guten zu verbinden und fadenscheinige Ausreden doch noch abzubrechen zu verhindern. Ich wollte auf dieser Reise für die Organisation Strahlemännchen, die Krebskranken Kindern die sterben müssen durch ihre Krankheit den "letzten Wunsch" erfüllt, Geld sammeln. Ein wichtiger Aspekt meiner Reise war auch möglichst nahe, soweit möglich unter Berücksichtigung von Alter, Gesundheit und Sicherheit, die Voraussetzungen der Menschen herzustellen die eine Reise tätigten in der Zeit kurz vor der Christianisierung also wie vor etwa 1200 Jahren.

Als Spendenbüchse und kleine Werbegeschenke eingetroffen waren machte ich mich anderen Tags auf die Füße. Fuhr mit der Bahn zum Startpunkt

Lauenburg. Ein Ort in Schleswig Holstein direkt hinter der Elbe zu Niedersachsen war der Startpunkt.

Ich war gerade auf der Brücke, mitten auf der Elbe eben genau dem Übergang zu Niedersachsen als ich von zwei Radwanderern meine ersten 2,00 € für meine Spendenbüchse einsammeln konnte. Dies wertete ich als gutes Zeichen für die Richtigkeit meines Vorhabens.

Weiter ging es. Ich hatte jede Menge Vorfreude der Dinge die mich erwarteten und ich wollte es nehmen wie es kommt zum Guten oder zum Schlechten. Die Sonne stand am Himmel und es wurde wärmer.

Und natürlich, unachtsam geworden marschierte ich voll in die falsche Richtung nicht nach Echem das etwa 7 Km entfernt lag sondern nach dem 10 Km entfernten Artlenburg. Aber was solls dachte ich dann eben nach Artlenburg. Ich kam dort an hatte aber den Eindruck in eine 10 Häuser umfassende Siedlung von Neureichen zu sein. Keine Läden, kein Gasthof, nicht mal eine Kirche was ich zwar gut aber ungewöhnlich fand. Ich maschierte also wieder zurück da ich dachte hier bist du irgendwie falsch. Doch traf ich dann auf einen Bauern der mir dann sagte das dies nur eine mit Häusern flankierte Straße Artlenburgs war und ein Stück hinter der großen Kurve die, die Straße zog das eigentliche Dorf sei.

Also wieder retour. Auf dem Weg dann ins Dorf traf ich 2 Jungs die aus ihren Taschen 4 Cent kramten und damit meine Spendendose für Strahlemännchen fütterten. Dann endlich, durch das hin und her auf 12 Km gelaufenen, Weg kam ich zum Schützengasthof wie sich der örtliche Gasthof nannte und ein Zimmer nehmend konnte ich endlich duschen. Die Beine und hier besonders die Waden und Fußsohlen sendeten deutliche Zeichen der gelaufenen Strecke. Mein Kreislauf machte mir wider Erwarten überhaupt keine Probleme.

In der Kneipe des Gasthofs durfte ich meine Spendenbüchse aufstellen obwohl ich doch relativ frühzeitig, den Anstrengungen des ersten Tages zollend, zu Bett ging.

Am nächsten Morgen um acht Uhr ging ich runter zum Frühstück. Meine Sachen hatte ich vorher schon gepackt und im Bollerwagen verstaut. Zuletzt nahm ich die Spendendose die überraschend viel Inhalt versprach inklusive auch Papiergeld. Meine Stimmung war hervorragend. Anderen etwas Gutes tun, um des Tun Willens kann ein geiles Gefühl sein. Gutes tun um selber gut aus zu sehen ist öde weil es das Gewissen sagt ist auch nicht der Hit. Aber es tun um der Sache selbst willen, zu wissen jeder Cent bringt einem dieser Kinder ein Stück weiter an ein Lächeln ist ein unbeschreibliches Gefühl, Ja ist beinahe ein kleiner seelischer Orgasmus.

Frohen Mutes schritt ich weiter, obwohl bereits nach nicht mal 100 lausigen Metern ich meine Waden und Fußsohlen spürte. Zu erwähnen sei hier noch das ich ja meine Reise in den Kleidern der germanischen Zeit vor der Christianisierung machte und somit Bundschuhe trug die aus einem Stück gefertigt keine Sohle hatten. Ich also nahezu Barfuß lief. Aber ich hatte durch den frühen Spendenerfolg keine Bedenken meinen Weg weiterhin frohen Mutes fort zu setzen. Weniger als einen Kilometer weiter traf ich auf einige Dachdecker die über einen Folientacker verfügten und ich das Provisorium des Werbeschildes für Strahlemännchen vernünftig befestigen konnte.

Brietlingen war das nächste Ziel etwa 5 km entfernt ich dachte mir das schaffe ich. Weiter dann am nächsten Morgen. Man sollte seinen Eingebungen folgen.

Es war gegen 11:00 Uhr als ich Brietlingen erreichte und mich doch recht frisch fühlte. Und hier überschätzte ich mich und unterschätzte das "neue" Ziel. 10 Km weiter begann Lüneburg. Hunger hatte ich auch noch keinen und wirklich müde fühlte ich mich auch nicht wirklich. Also weiter.

Die Sonne schien immer wärmer, Tage später erfuhr ich das in der Sonne über 40° Grad waren und Sonne hatte ich zwischen 12 und 14 Uhr reichlich. Dann bis 15:30 ging es dann wieder pralle Sonne.

Als ich weitere 5 Km hinter mir hatte war ich sehr erschöpft, die Schuhe, die ja keine Sohle hatten waren auf dem Asphalt durchgelaufen ich mußte zu den Holzpantinen wechseln. Der Wagen mit den Sachen wurde schwerer und schwerer, die Füße schmerzten die Waden nicht minder. Wo immer ich anhielt und um Wasser bat wurde mir auch geholfen ob es denn ein Privathaus war oder ein Eier Verkaufsladen.

Aber natürlich weder eine Pension noch ein Hotel ja nicht mal ein Lebensmittelladen. Aber Hunger hatte ich eh nicht so viel obwohl ich seit dem frühen Morgen nichts gegessen hatte. Aber ich schleppte mich weiter und es war wirklich ein sich schleppen.

Um 17:00 Uhr nach Acht Stunden Fußmarsch mit dem Bollerwagen und wenigen kurzen Pausen kam ich endlich in Lüneburg in der Stadtmitte an. Das nächste Bistro war mir.

Es war seltsam mir war bewusst ich hatte seit den Frühstück gegen acht Uhr morgens nichts gegessen und doch nicht wirklich Hunger ich hatte viel geschwitzt und etwa 2 Liter Wasser getrunken was in Anbetracht der zurück gelegten 15 Km und der starken Sonne nicht wirklich viel war auch nicht viel Durst. Ich bestellte mir einen großen Salat und ein Alster 0,5l. Ich schaffte von beidem gerade mal die Hälfte und mir war als hätte ich einen aufgeblähten Bauch. Das ich ein anderes Problem haben könnte war mir nicht mal als Möglichkeit bewusst.

Nach etwa einer halben Stunde raffte ich mich auf eine Unterkunft zu suchen. Die Servicekräfte des Bistros verwiesen mich die Straße runter etwa 15 min wäre ein kleines Hotel. Ich marschierte los. Die Füße und Waden meldeten sich wirklich schmerzend zurück und ich wollte nur noch duschen und in die horizontale.

Keine 150 Meter weiter kreuzte irgendein Typ mit zwei Kaffeebechern in den Händen meinen Weg und ich tat so als wolle ich ihm begierig einen aus der Hand nehmen. Dieser drehte sich, kurz verwirrt, zu mir um erkannte an meiner Kleidung der Tunika dem Gürtel mit Tasche und Geldkatze den Holzschuhen das ich wohl irgendwie mich einer anderen Welt zugehörig fühlte die, ohne das ich es in diesem Moment wusste, auch seine Welt ist. Dann sah er das ich einen Runenanhänger trug und wusste das wir auch Glaubensbrüder sind. Manche mögen das Zufall nennen, ich nenne es eine Fügung der Götter. Natürlich wie es unserer Art entspricht bot er mir seine Gastfreundschaft an. Statt im Hotel in seinem Hause zu Nächtigen.

Er meinte aber auch er müsse noch etwas arbeiten und wir können uns im Asgard treffen, einer mittelalterlichen Kneipe in Lüneburg von der ich bereits gehört hatte. Ich fragte ihn wo denn diese Kneipe wäre. Und er zeigte rückwärts auf die Richtung aus der ich gekommen war. Das Asgard war direkt neben dem Bistro indem ich kurz zuvor gewesen bin. Das mag ja alles Zufall sein aber ich hatte mich auf dieser Reise dem Ratschluß der Götter anvertraut und bin überzeugt das diese mich so geführt hatten.

Der neue Bekannte kam dann etwa eine Stunde später ins Asgard und wir tauschten noch einige Erlebnisse aus wie auch unsere Glaubensgeschichte die zum Ende hin eine starke Identität hatte.

Dann fuhren wir zu seinem Heim, das ich entsprechend meines Glaubens beim Betreten segnete.

Diese Halle habe Frieden, Böses sei daraus verbannt.
Die Götter sollen schützen,
die Sippe hier und des Herdes Stand.

Er dankte für den Segen und wir tauschten noch im netten Plausch einige Geschichten und Erlebnisse aller Art wie es guter Brauch ist. dann nach dem Duschen sank ich wie tot zu Bett.

Am nächsten Morgen verließen wir gemeinsam das Haus. Er zur Arbeit. Ich hatte beschlossen einen Tag zu pausieren weil ich völlig fertig war immer noch nicht bewusst das mein Unwohlsein einen Grund hatte. Ich schleppte mich regelrecht durch Lüneburg. Das schmale Frühstück das ich mir gönnte war mehr ein runter würgen denn ein Genuß. Immer wieder wo ich mich ausruhte nickte ich ein. Während einer Stadtrundfahrt mit einer Pferdekutsche sackte ich auch Sekundenweise weg.

Als wir uns am Abend wieder im Asgard trafen sah ich völlig fertig aus und der neue Bekannte stellte wohl auch aufgrund seiner früheren Erfahrungen beim DLRG fest ich hatte einen Hitzschlag gehabt wahrscheinlich am Vortag schon zugezogen.

Was ich mir während des Tages nicht eingestehen wollte, ich hatte mich am Vortag vollkommen überschätzt. Nun mußte ich dem Rechnung tragen.

Das bedeutete entweder mindestens drei Tage wenn nicht vier Pause in Lüneburg oder Abbruch. Doch weder wollte ich meinem Gastgeber solange beanspruchen noch mehrere Tage im Hotel rumhängen. Also brach ich ab. Ich fuhr noch am selben Abend mit der Bahn nach Hannover schleppte mich die etwa 1300 Meter vom Bahnhof nach Hause wo ich restlos fertig dann ankam. Den ganzen Nächsten Tag brauchte ich um halbwegs wieder mich zu erholen und einen weiteren Tag um wieder brauchbar in die Gänge zu kommen. Den Tag heute nutze ich auch um diesen Bericht nieder zu schreiben.

Welche Ergebnisse brachte nun diese Erfahrung die am Mittwoch um 13:00 Uhr in Lauenburg begann und am Freitag Abend schon um ca. 22:00 Uhr in Hannover wieder endeten?

Hatte ich versagt? Hatte ich mich der Lächerlichkeit Preis gegeben? Welche Erfahrungen hatte ich gemacht?

Versagt hatte ich nicht! Lächerlich schon gar nicht! Ja, ich hatte mich körperlich etwas überschätzt. Ich hätte auch nach nur 5 Km in Brietlingen pausieren sollen für den Tag, dann hätte ich zum ersten wohl den Hitzschlag vermieden und den Tag darauf die restlichen 10 Km nach Lüneburg leichter geschafft. Und wäre wohl noch immer auf der Reise.

Das einzige was mir dabei wirklich sauer aufstößt ist die Sammelaktion die ja innerhalb der Reise nicht mehr fortsetzen kann. Doch in Kürze beginnt das Maschseefest ein über mehrere Tage laufendes Stadtsee-Fest mit Fress- und Saufbuden und viel Musik da wird auch für meine Sammelaktion noch was abfallen. Diese Gelegenheit wird ich wahrnehmen. Denn die Kinder sollen nicht ausbaden das ich eine Fehleinschätzung meiner Möglichkeiten erlag.

Die sonstigen Erfahrungen? Die Erlebnisse die ich auf meinen Glauben werte haben mir die feste Überzeugung gegeben das meine Reise wahrhaft eine Pilgerreise, eine Wallfahrt war. Auch wenn ich weder heilige Haine fand noch sonst irgendwelche "Gotteserfahrungen" genoss. So sind die Erlebnisse der Gastfreundschaft das "zufällige" Treffen eines Glaubensbruders für mich spirituelle Erlebnisse die den Begriff Pilgerreise durchaus rechtfertigen.

Insgesamt steht für mich nun fest. Es waren für mehrere Lebenslagen eine wichtige eine spirituelle eine freudige und auch spannende Erfahrungen. Den Göttern sei Dank.

Ich werde das so, wie ich zuvor hoffte nicht wiederholen. Aber ich werde die gemachten Erfahrungen nutzen um etwas für mich vergleichbares zu erleben.

Wieviel ich auch noch im Anschluss für Strahlemännchen sammle es wird immer ein geiles Gefühl sein so etwas durch zu ziehen.

Ich bereue nichts der letzten Tage, und danke den Göttern und den Leuten die mir begegneten für das was ich erleben durfte.

Montag, 16. Juli 2007

Aus dem Glaubensleben eines Asatru

Eine Amulettweihe

Allen Menschen ohne Ausnahme so sie halbwegs Werte, Ziele, Glauben haben sind gewisse Rituale und Praktiken wichtig, bei manchen äußert sich das in exzessiven Bekenntnissen, bei anderen in meditative Handlungen bei wieder anderen durch bestimmte Anwendungen ihnen heiliger Gegenstände.

Einem Asatru sind die Runen magische, und / oder göttliche, sprich heilige Zeichen. Die Runenschrift ist keine Schrift wie das von uns benutzte Alphabet zur nonverbalen Kommunikation und Übermittlung alltäglicher Nachrichten ob wichtig oder belanglos. Die Runen werden in Verbindung zu den Göttern benutzt; für Segnungssprüche, Schutzzauber und ähnliche Angelegenheiten.

So eben auch einzeln oder in Kombination für Amulette aller Art.

Es war Anfang Juli, während der Vorbereitung zu einer Pilgerreise als ich mein erwartetes Amulett, eine in einer Knochenplatine geschnitzte Tiwaz-Rune ( ein nach oben zeigender Pfeil ) erhielt.

Einige Tage später, "bewaffnet" mit etwas Met, Dem Amulett, und meinem, ich nenne es Segensbuch ging ich in frühster Morgenstunde in eine Parkanlage in der ein sehr alter Baum stand.

Dort angekommen vollzog ich einen Moment des sich Sammeln und die eigene Mitte zu finden. Dann hob ich das Amulett und sprach:

Tyr, Tyr, Ich rufe nach dir, weihe die Rune in diesem Stein, weihe den Träger wie ich dir dies Opfer so soll es sein.

Tyr, Tyr ich rufe nach dir, gib mir die Stärke stets standhaft zu sein, gib mir die Weisheit stets aufrecht zu sein. Durch die Rune in diesem Stein.

Tyr, Tyr ich rufe nach dir, Deine macht sei mit mir, dies Opfer zu dir!

Nach dem zweiten Vers verteilte ich den Met in Form der Tiwaz-Rune vor dem Baum.

Nach dem Spruch suchte ich wieder meine Mitte, sprach dann: "Heil sei den Göttern, den Menschen und Midgard" (der Erde) suchte wieder meine Mitte und verließ den Ort. Verließ den Ort mit dem wohligen Gefühl das ich einige Seelenwärme andere Gewissheit nennen mögen. Ich nenne es Zuversicht in allen Dingen.

Dies war eine kleine Momentaufnahme aus dem Glaubensleben eines Asatru. Andere Asatru mögen anders handeln doch eines ist allen Asatru gemein die Götter zu ehren aber nicht uns ihnen sklavisch zu unterwerfen.

Sonntag, 15. Juli 2007

Wieder mal ein sich Luft machen

Ereifernde Sehnsüchte der Sklavenglauben.

Was für eine Überschrift. Natürlich, völlig überzogen und doch hat sie viel Wahrheit, im Kontext wohlgemerkt. Es gibt zu viele variable Sichtweisen der vier Begriffe (Eifer – Sehnsucht – Sklave – Glaube) in dieser Überschrift um eine allgemein gültige Wahrheit in dieser Überschrift zu finden. Warum es im Kontext doch wahrhaftig so ist ergibt, so hoffe ich, sich im folgenden subjektiven Gedankengang.

Ich bin, von meinem Wesen her recht kontaktfreudig und alles andere als ein schüchterner Mensch. Dadurch lerne ich recht viele im Charakter und Denken verschiedene Menschen kennen. Manche sind so offen, die können nicht ganz dicht sein, andere so verschlossen das sie sich selbst erdrücken, nun dann eben auch die ganze Palette menschlicher Wesen dazwischen.

Was ich immer wieder feststellen muß ist das Menschen mit "missionarischen Gottesauftrag", und ich beziehe das nicht allein auf Christen. Diese Eiferer gibt es auch bei dem Muslimen, den Esos und was da sonst noch so kreucht und fleucht. Das diese sich furchtbar darüber Ereifern können wenn eben Andere sagen ich habe einen anderen Glauben und dieser Glaube erhellt mein Leben, ist ein lebendiger Glaube, und birgt mancherlei Freude im Erkennen, Erfahren. Das geht den Eiferern so gegen den Strich, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Reden sie von ihrem Glauben, reden sie von dem wovon ihnen das Herz überfließt. Reden andere von ihrem Glauben, sind sie gefangen in ihren Ängsten und dienen einem gewissen Satan. Da kommen Sprüche wie, Jesus befreit dich von deiner Schuld. Welcher Schuld? Alle Menschen sind Sünder, Alle sind schuldig vor Gott. Und dann ergeht sich die Umsetzung ihres Glaubens in Du sollst dies, du sollst das, Du darfst dies nicht, du darfst jenes nicht. Dies ist Sünde, jenes entfernt dich von Gott, Gott will durch dich tun.... Sie ergehen sich in einer Unzahl von Gesetzmässigkeiten. Das ist ihre Befreiung? Befreiung von einer angeblichen Schuld die sie zuvor nicht kannten. Ich nenne das sklavische Unterwerfung. Die Ereiferung gegen andere Glauben erscheint mir da eher reine Eifersucht auf die Freiheit im Glauben die fast allen Heiden zu Eigen ist.

Dieses Phänomen der sich ereifernden "Gottessklaven" ist auch bei radikalen Moslems zu beobachten und sogar einigen Atheisten und Glaubensanhänger anderer Glaubensrichtungen bis hin zu den Esoterikern die immer dann Toleranz fordern wenn du so manch wilde Behauptung hinterfragst. Selbst aber alles verdammen was Konsequenz erfordert. Dann kommt eben der Spruch deine Wahrheit meine Wahrheit, was nichts anderes bedeutet wie, ich hab recht und du bist ein Idiot.

Ein mir online Bekannter äußerte mal die Vermutung Loki habe sich einen Scherz mit den Menschen erlaubt als er unter dem Namen Jesus seine Lehren verkündete um eben die anderen Götter zu ärgern wofür er ja bekannt ist. Ob dieser Bekannte das nun im Scherz meinte oder ob es ihm Ernst war ist unerheblich. Ich für meinen Teil nenne jeden, der mich einen Diener Satans heißt. Nur noch "Lokis Narren-Sklave".

Denn wer meinen Glauben schmäht, der hat nix anderes verdient.

Gleiches mit Gleichem vergelten – sich gleichermaßen ins Unrecht setzen?

, So ernst nehme ich die Sache dann doch wieder nicht. Es ist eher eine erzieherische Maßnahme, ein dem anderen sein verhalten Bewusst machen. Denn am Ende tun mir diese Vertreter des wahren Glaubens doch fast leid.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Vom heiligen Krieg

Die christlichen Kreuzzüge, der moslemische Jihad, und wie sie alle heißen. Immer gab es bei den Menschen auf allen Kontinenten heilige Kriege.

Entweder ging es um die "wahre, Ware" Religion oder die "wahre, Ware" Ideologie. In ganz seltenen Fällen handelte es sich um ein Verteidigungskrieg in dem das ein Volk um sein Überleben kämpfte.

Heiliger Krieg besteht allein aus zwei Worten die erstmal nichts miteinander gemein haben und zudem insbesondere das erste Wort, aber auch das zweite, wenn auch mit kleinerer Spannweite unterschiedlich definiert wird.

Hier von West- und Mitteleuropa ausgehend hatten, und haben wir auch noch viel mit Glaubens- sprich Religionkriegen zu tun. Die Kreuzzüge der katholischen Kirche erzählen über Jahrhunderte eine grausame Geschichte von Tod, Raub, Brandschatzung, Sklaverei, von Not und Elend die historisch als Tatsache gelten.

Der dreißigjährige Krieg wird jedoch seltsamer Weise nicht als heiliger Krieg definiert nur als "gewöhnlicher" Religionskrieg. Dabei ging es doch genau darum die Heiligkeit der "Mutter Kirche" die "heilige" katholische Kirche in Frage zu stellen.

Versuch einer Allgemein-Definition:
Heilig – als heilig bezeichnen wir Menschen alle Dinge die uns Vollkommen erscheinen, da wir uns selbst nicht als vollkommen sehen. Heilig ist was wir in direkten, unmittelbarem Bezug zu dem "Vollkommenen" zu dem "Göttlichen, Göttern, Gott" setzen können.

Krieg – als Krieg bezeichnet man gewaltsame Auseinandersetzung zweier Gruppen mit der Begründung des in Unrecht Setzens der jeweils Anderen.

Demnach ist ein heiliger Krieg das sich die eine Gruppe der anderen zum Nachteil durch ihr Tun ins Unrecht zum Vollkommenen setzt.

Wenn man dieser Definition zustimmt, und das tue ich, dann waren die Kreuzzüge reine Eroberungsfeldzüge und nichts anderes. Denn Wenn Muslime ein Gebiet beherrschen in denen schon ihre Vorfahren beheimatet waren kann ein Führer einer Religionsgemeinschaft eines andere Kontinents sich wohl kaum in seiner Religionsausübung bedroht sehen nur weil der Gründer dieser Religion auch aus dem bewussten Gebiet kam Jahrhunderte zuvor. Wäre dem so könnten ja koreanische, chinesische, japanische, thailändische buddhistische Truppen in Indien einfallen und per heiligen Krieg das Land von den Hindus befreien. Allein die Vorstellung ist schon absurd. Und so eben auch die Kreuzzüge als heilige Kriege zu bezeichnen.

Das gewaltsame Eindringen in ein Land zur Befreiung von den dort lebenden "Ungläubigen" ist ein reiner Eroberungskrieg an dem nichts, aber auch gar nichts heilig ist. Es geht ausschließlich um Machterweiterung.

Auch das sich selbst in einem Land in die Luft sprengen als Racheakt an stark frequentierten zivilen Zielen um dem "feindlichen" Staat Schaden zu zufügen hat nichts mit heilig zu tun. Sondern mit einfacher Rache, mag sein mit einer gewissen Ohnmacht weil andere Wege der Kriegsführung nicht möglich sind.

Für mein Verständnis muss ein direkter Bezug herstellbar sein wie eben bei dem Verteidigungskrieg eines Volkes das um sein Überleben kämpft.

Als Beispiel mögen die Kriege und Kämpfe der First Nation gegen die Spanier und Kolonialmächte der Engländer dienen in denen ganze Völker ausgerottet wurden. Ein solcher Krieg mag aus der Sicht des tatsächlich Bedrohten durchaus ein heiliger Krieg sein und das nicht zu Unrecht.

Ein Macht - Erweiterungskrieg kann also niemals, wirklich niemals ein heiliger Krieg sein. Auch kein Präventivkrieg einer eventuell, möglichen Bedrohung. Auch nicht ein Krieg der eine fremde Präsenz aus dem eigenen Lande vertreiben soll. Denn eine andere Macht bedeutet nicht zwangsläufig eine Ausrottung des dort lebenden Volkes oder seiner Grundlagen. Denn sonst müsste ja jeder Ausländer sich in jedem Land bedroht fühlen. Ja ich weiss der ist als Ausländer von sich aus dahin gegangen. Aber das ändert nichts am Prinzip.

Sumasumarum: Heilige Kriege sind allenfalls Kriege gegen die eigene totale Vernichtung, oder aber die direkte Bedrohung der ureigensten Werte und Glaubens, was mehr oder weniger dasselbe Ergebnis zur Folge hat.

Als Goebbels damals im Reichstag sprach vom totalen und radikalen Krieg des Deutschen Volkes gegen den Bolschewismus usw. usw. da dachte er selbst möglicherweise, er würde zu einem heiligen Krieg aufrufen. Jedoch hatte aber das dritte Reich selbst die Kriegshandlungen in Polen Tschechei und Frankreich gestartet und nur weil es dann eben schief ging vom heiligen Krieg zu sprechen ist fadenscheinig und anmaßend.

Das der Jihad die moslemische Version des heiligen Krieges auf Bin Laden und Konsorten zutrifft ist im besten Falle ein Witz, doch da Kriege nicht witzig sind ein Trauerspiel aber gewiss kein heiliger Krieg. Allerdings beim Kampf der Palästinenser gegen den Staat Israel bin ich da vom Prinzip her unsicher. Und ich muss es auch zu meinem Glück nicht entscheiden.

Sonntag, 24. Juni 2007

Emotionen und Religiosität ein Widerspruch?

Der Titel an sich ist schon irreführend, das Thema noch viel mehr. Versteht doch jeder was anderes unter den einzelnen Emotionen und ebenso unter dem Begriff Religiosität.

Es gibt viele Standpunkte zu dem Thema Emotionen, ebenso zu dem Thema Religion. Um so mehr das Thema Emotion und Religion.

Ein Standpunkt ist das Religion emotionell erlebt werden sollte. Ein anderer besagt genau das Gegenteil. Welcher ist nun richtig? Gibt es überhaupt einen richtigen Standpunkt der für mehr als eine Person gilt? Beide Standpunkte sind in unterschiedlichem Verständnis in allen Religionen vertreten. Von völlig abgedrehten Extasen bis absolut trockenen Geisteshaltungen und minutiös geplanten Abläufen.

Ob bei den Buchreligionen, in den heidnischen Variationen der Religion über all werden Emotionen innerhalb des Glaubenslebens mal "verteufelt" mal als gesegnet angenommen.
In nicht wenigen "Gottesdiensten" werden sogar psychogene Drogen eingesetzt. Weil diese besondere Verbundenheit mit den Geistern oder Göttern ermöglichen sollen. In einer anderen religiösen Gemeinschaft ist sogar das Singen verpönt.

Der Umgang mit Emotionen im religiösen ist in einigen Religionen sogar geregelt. Ob diese Regelungen auch auf den nicht rein religiösen Bereich ausgedehnt sind ist wohl Ansichtssache.
Es wird auch unterschieden bei der Art der Emotionen es gibt die verschiedensten Unterteilungen. Gute und Schlechte, Erotische, Herzensemotionen Geistes-Emotionen, göttliche und dämonische.

Ich gehe davon aus: Emotionen sind wesentlich für die Existenz des Menschen. Wir drücken uns aus über Emotionen, wir verarbeiten unsere Erlebnisse zum großen Teil über Emotionen. Die Liebe zum Partner ist ebenso emotionell wie auch die Abneigung zu dem wir Feind sagen. Tanzen ist ein Ausdruck von Emotion. (Tanzschulen können Emotionen töten) so nebenbei bemerkt.

Wenn nun Emotionen lebenswichtig sind, sollten sie dann nicht auch ihren Platz haben im Religiösen?

Den Einsatz psychogener Drogen wie er zum Beispiel in Mexiko und weiter südlich heute noch nicht unüblich ist um eine Gotteserfahrung zu machen. In Trance dahin zuckende Körper zum selben Zweck schließe ich zwar für mich selber aus. Genauso wie ein ernsthaftes daher schreiten in geistlichem Wohlwollen. Doch sehe ich für mich Emotionen genauso wie im Alltag auch im religiösen dazu gehörig.

Ich erfreue mich an der Schöpfung, in der Schöpfung, durch die Schöpfung. Erlebe auch emotionell die Werte, die Inhalte, die Kraft meiner Ahnen in der Geschichte, in der Gegenwart in meinem Glauben.

Das unterdrücken von Emotionen, und ich meine unterdrücken nicht dosiert ausleben, halte ich für den besten Weg zu psychosomatischen Problemen. Das bedingungslose Ausleben aller Emotionen allerdings im gleichen Maße für verantwortungslos.

Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens jedes Menschen. Wer sie leugnet, leugnet das Leben. Glaube ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Warum also die Bestandteile trennen? Nein ganz im Gegenteil.
Ein weiser Mann sagte mal.

Lebe deine Emotionen, lass sie nicht unbedacht schweifen sondern lebe sie bewusst und das Leben in seiner ganzen emotionellen Fülle ist für dich erfahrbar.

Ich behaupte sogar, wem die Emotion Sünde ist, dem ist das Menschsein Sünde, und der ist schon tot.

Ich schließe damit nicht aus, das es Emotionen geben kann, die uns krank machen. Deren Ausleben uns abnorm sind. Aber das sind ja nicht gerade "Jedermanns" Emotionen sondern dann doch Persönlichkeitspezifisch.

Nein, ich sprach hier von den "Allerwelts / Jedermanns" Emotionen. Die unzweifelhaft zum Leben gehören.

Samstag, 23. Juni 2007

Fundamentalismus in Politik und Religion in Deutschland und Europa

In Zeiten schwerer gesellschaftlicher Diskrepanzen haben radikale Rattenfänger Hochkonjunktur.

Ein ganz schlauer Spruch. Na toll, doch was beinhaltet er? Dieser Spruch den man vielfach hört, hat mehr als nur seine bloße Berechtigung als Erkenntnis Vieler, die sich mit der Thematik auseinander setzen. Er ist auch eine auf den Punkt gebrachte Problematik. Oder besser die Auswirkung der Erkrankung unserer Gesellschaft. Ich will versuchen ihn einmal ins Detail zu zerlegen und seine Inhalte in sinnigen Zusammenhang zu bringen.

Gesellschaftliche Diskrepanz? Was ist das? Und, was bedeutet es in unserer heutigen Zeit?

Wir haben in den Ländern der westlichen Welt seit etwa der Zeit der Industrialisierung also etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine wachsende mehrklassige Wirtschaftsgesellschaft. Die beiden Schichten zwischen Reich und Arm schwemmten auf. Es gab bald Superreiche, sehr Reiche, Reiche, Gutsituierte, Zurechtkommende, Arme, sehr Arme und völlig Besitzlose.

Wobei gerade in der Zeit nach 45 bis etwa 1995 diese Aufsplittung seine dickste Stelle zwischen den Reichen und Zurechtkommenden hatte. Also die Masse recht ausgewogen und subjektiv gut lebte. Eigenes Auto, anständige Wohnsituation, bezahlbare Mieten mit eigenem Zimmer für jedes Kind und auch die Versorgung mit Konsumgütern war weitgehend gesichert. Die wenigsten mußten aus die Div. Luxusartikel verzichten von den Grundbedürfnissen ganz zu schweigen, die Arbeitsbedingungen und Zeiten waren in den meisten fällen immer angenehmer geworden... selbst gewisse polit. Änderungen brachten relativ wenig Einbußen in den Zeiten bis kurz vor der Jahrtausendwende.

Dann jedoch fingen die Veränderungen an .... Umweltveränderungen, politische Irretationen, Zunahme der Gewaltbereitschaft unter den Menschen. Immer schnellere Veränderungen in Technologie und Gesellschaft brachte Unsicherheiten. Auch diverse wirtschaftliche Stagnationen brachten immer mehr Ängste und Zukunftsängste in den Menschen.

Anfang/ Mitte der Achtziger Jahre sorgten sich die Menschen allenfalls darum ob sie ihren Sommerurlaub auf Menorca oder doch in der Dom. Rep. verbringen wollten. Heute sorgt sich die Familie das man wenigstens seinen Job behält. Da angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und immer höher werdender Eigenleistungen in der Krankenversorgung die Sorgen um den Erhalt der Grundbedürfnisse immer mehr in den Vordergrund treten.

Kurzum Im Laufe der letzten 10 Jahre ist eine Tendenz ganz klar in unseren Breiten erkennbar. Die Sorgen der Menschen bewegen sich immer stärker im existentiellen Bereich. Und, es zeichnet sich in der sog. westlichen demokratischen Welt immer mehr eine 2 Klassen Gesellschaft ab. Zum einen denen die recht gut Leben und denen die um ihre Existenz kämpfen müssen tagtäglich. Die obengenannte Gesellschaftliche Mitte aus den Bereichen die vom Reich bis Arm verlief, deren grenzen schwimmend waren und mit etwas Glück und Geschick für die meisten nicht unerreichbar waren, diese Mitte hatte sich zweigeteilt.. in die, die sich vieles leisten konnten, und die, die ums wirtschaftliche Überleben kämpfen ... und die Schlucht zwischen Beiden wird immer größer und tiefer.

Genau dadurch kommt es zu Gesellschaftlichen Diskrepanzen. Die Außenseiter der Superreichen und gänzlich Besitzlosen spielen dabei keine wirkliche Rolle. Sind nur Randerscheinungen. Und diese Diskrepanzen sind es die Unruhe bringen. In der individuellen Sehnsucht nach Sicherheit und dem Wunsch einer gewissen Unabhängigkeit, aber auch eine gesellschaftlichen Unzufriedenheit in der Neid und Mißgunst guten Boden finden. Sprüche wie "Die Reichen werden immer Reicher, die Armen immer Ärmer!" sind da noch harmlos.

Erste Anzeichen sind eben die Zunahme von Gewaltbereitschaft und schnellere aggressiveren Reaktionen auf geglaubte oder tatsächliche Bedrohungen des eigenen "Dunstkreises". Es verzeichnet sich auch eine Zunahme von Amokläufern, die nicht immer alle gleich in Massenerschießungen enden müssen. Auch das zerlegen der eigenen Wohnung oder relativ extreme Aktionen auf Banalitäten ist eine Form des Amoklaufes. Diese Amokläufe als Reaktionen von sog. Ego-shooter Spielen, auch Ballerspiele genannt zu bezeichnen ist mehr als blauäugig oder einfach nur die Unwahrheit um Anlass zu finden seine, oft antiquierten Wertvorstellungen in der Gesellschaft zu etablieren. Aber das ist ein Denken das man auch als Milchmädchenrechnung Bezeichnung findet.

Und genau hier setzen die Rattenfänger der radikalen, fundamentalistischen Weltanschauungen an dieser Welt an. Platte Propaganda sagen die einen, geniale Manipulation die anderen. Der Erfolg dieser Rattenfänger spricht für sich wie uns die Geschichte lehrt. Dazu eine angemessene Bedrohung möglicher Störer,

Einer der größten Rattenfänger der Geschichte war wohl der Einpeitscher des III. Reiches, Joseph Goebbels. Sein Vorbild dient vielen ihre Lehren, ihre Weltanschauung den Massen zu propagieren. Die Vertreter diverser politischen "revolutionären" Ideologien, sowie auch Feuer und Schwefelprediger der Fundamentalistischen Christen und die Anhänger eines extremistischen Islam bedienen sich der gleichen Methoden. Eine Mischung aus Hassweckung durch Schuldzuweisung an bestimmte Gruppen die wiederum bestimmte Probleme ausgelöst haben sollen. Die Annahme nach dem zweiten Weltkrieg hätten sich die Menschen emanzipiert und so etwas gibt es nicht mehr. Diese Sichtweise wird seit Jahren Lügen gestraft.

Immer wieder zeigt es sich, auch in der Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg, daß gerade wenn die Menschen verunsichert werden, ob nun durch politische Ereignisse, kriminelle Aktivitäten der Staatsführer, ja sogar durch Naturkatastrophen, verursacht durch Umweltbelastung oder geophysischen Ereignissen, immer wieder dann haben die Demagogen und Rattenfänger, Die "Heilsbringer" der diversen totalitären Ideologien genau dann Hochkonjunktur.

Es liegt in der Sehnsucht des Menschen begründet. Die Sehnsucht nach den "Ewigen" nach dem "Wissen wollen wie es weiter geht" nach "ist denn da sonst nichts?" oder wie immer sich die Fragen nach dem Sinn des Lebens individuell gestaltet.

Und hier setzen viele der Rattenfänger an. Sie geben vor Die einzig wahre Antwort zu kennen. Lösung aller Probleme zu wissen, für die Grundfragen der Menschheit die Lösungen zu haben. Diese Feuer- und Schwefelprediger, diese Heilsbringer, diese Hüter der Wahrheit. Ja, teilweise nennen sie sich selbst so, glauben teilweise sogar selber was sie anderen versuchen zu doktorieren.

Jene, die glauben für sich selbst einen Weg gefunden zu haben, ihre antworten auf ihre fragen worin auch immer gefunden haben, ob nun in der Bibel, im Koran, im Glauben der alten heidnischen Religionen, im Buddhismus, im Hinduismus, oder auch in einer philosophischen oder politischen Weltanschauung oder in diversen Kombinationen bis hin zur Esoterik, diese gehen nicht umher und predigen der Wahrheit letzten Schluß zu wissen. Dies beanspruchen allein die Vertreter und Verkünder eben ihrer "allumfassenden Wahrheit". Und solche "Wahrheiten" lassen keine andere Ansicht gelten noch räumen sie ihr existentielle Rechte ein. Denn andere Erkenntnisse vermindern den Wert ihrer "einzigartige, absoluten Wahrheit". Sie köönen und sie wollen dies nicht tolerieren, Und wenn, dann nur weil sie noch nicht die Mittel dagegen, vorzugehen haben.

Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlage ich dir den Schädel ein.

Dieser Satz hat seit den ersten Glaubenskriegen bestand. Bis heute ist diese Gefahr gegenwärtig und zwar weit differenzierter und auf unzähligen Sub-Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens und nicht mehr allein mit den Schwert wie einst bei den "heiligen" Kriegen der Christen und Moslems im frühen Mittelalter.

Sonntag, 13. Mai 2007

Spruchweisheiten (mal was ohne Glaubesbezug)

Spruchweisheiten, was sind das eigentlich? Der Weisheit letzter Schluss? Oder sind es gar verbale Erkenntnisse der größten Geister unserer Spezies? Oder nur Klugscheissereien irgendwelcher Spinner?

Allgemein mag wohl gelten die Zusammenfassung, als tatsächlich erscheinender, sich wiederholender Wahrheiten. Und doch ist das Humbug. Denn unter Spruchweisheiten fällt tatsächlich so vieles zusammen. Von die Welt bewegenden, noch heute gültigen Erkenntnissen bis hin zu wirklich dämlichen Aussprüchen.

1. Beispiel: "Ich denke, also bin ich" eine Spruchweisheit die noch heute Gemüter bewegt und als Ausgangspunkt philosophischer Betrachtungen als auch naturwissenschaftlicher Forschung ihren Nutzen findet.

2. Beispiel: "Böse Menschen haben keine Lieder" Auch eine Spruchweisheit, jedoch völlig neben der Realität. Ob die Abschlachtung der Kanaaniter, Die Wagenlenker des Pharao die hinter Mose herjagten, Die Eroberungsarmeen Roms, Die spanischen Inquisatoren auf dem amerikanischen Kontinent, die Nationalsozialistische SA, SS, die Stalinistischen Rotarmisten, die Sklavenfänger Amerikas, sie alle hatten viele Lieder mit schönen Melodien aber auch grausigen Texten.

Spruchweisheiten, egal von wem sollten immer im Bezug gesehen werden. Im Bezug zu sich selbst, zu dem Urheber und zur Sache.

3. Beispiel: "Eine Mutter die Ihren Kinderwagen schiebt, hat das Recht zum Dichter des Faust (Goethe) und zu dem Sieger von Sedan (Hindenburg) zu sagen, bitte gehen sie mir aus dem Weg."

Eine schöne Aussage, stellt sie doch das Leben einen Kindes über die Werke des großen Goethe und über den Gewinn einer bedeutenden Kriegsschlacht. Das impliziert das die Schaffung eines Lebens mehr Wert hat als eines der größten Kunstwerke oder dem Gewinn eines Kampfes.. es deutet an das die wahren Helden die Mütter sind.

Jede Frau die Mutter ist, nein wohl jeder Mensch der je das Lachen eines Kindes erlebte wird mir da wohl im Kern zustimmen. Diese "Weisheit" ist ein Gutes und wertvolles Wort.

Zugeschrieben wird dieses Zitat, diese Erkenntnis einem Menschen der das Leben von Millionen beeinflußte und die Weltgeschichte auch maßgeblich mitgestaltet hat. Es handelt sich hierbei um Adolf Hitler.

Schockiert? Ich war es Anfangs bis ich mir überlegte welche Werte dieser Mann propagierte. Denn er meinte natürlich nur die Mütter die ein arisches Kind gesund an Körper und Geist in ihrem Kinderwagen schoben. Der Rest war eh nur Genmüll nach der Ideologie seiner Weltanschauung.

Doch dann wurde es mir bewusst. Wie ich es betrachte, welche Bezüge ich setze.

Eine Mutter (ohne Einschränkung durch Rasse, Religion, Ideologie, ja nichtmal Spezies) Eine Frau die Leben schenkte hat das immer und überall das erste Recht zur Erhaltung ihrer Leibesfrucht. Vor allen anderen Verdiensten.

Und so betrachtet ist es mir völlig egal wer diesen Spruch zuerst tat... ob ein Heiliger oder ein Unheiliger, Nicht was der Urheber zum Ausdruck bringen wollte ist wichtig sondern welchen Bezug ich herstelle.

Wenn also eine Spruchweisheit dein Lebensweg kreuzt stelle einen Bezug zu dir selbst dann kannst du seinen Wert bemessen und ggf. für dich Nutzen. Denn das Nutzen ziehen ist ja der Sinn einer Spruchweisheit nicht die Lobessingerei für den Initiator.

Auch wenn die Buchreligionen das stellenweise für sich beanspruchen mögen.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Wenn Welten aufeinander treffen

Wenn Welten aufeinander treffen (Teil 1)

In längst vergangenen Zeiten, lebten die Menschen in einer sozialen Integrität. Alle hatten in etwa den gleichen sozialen Stand, ähnliche Perspektiven und in etwa auch das gleiche Bildungniveau.

Diese, in gewisser Weise geschlossenen, Sozialstrukturen funktionierten, hatten allerdings den Nachteil das eine Weiterentwicklung festgefahrener Abläufe sich äußerst schwierig und langsam gestaltete. Auch Fehlentwicklungen konnten nicht kurzfristig gestoppt wurden, selektierten sich aber oft von allein, wenn sie nicht in das System sich einfügten, so aber eben auch positive Tendenzen.

In späteren Zeiten brach diese Integrität auf. Werte relativierten sich, Einflüsse aus verschiedenen Sozialen, ethischen, religiösen, weltanschaulichen Systemen flossen ineinander. Fehlentwicklungen konnten schnell und leicht Fuß fassen, aber auch positive Weiterwicklungen wurden leichter integriert. Es ist, wenn auch als hinkend, vergleichbar mit dem Warensortiment eines Unternehmens. Früher war das Sortiment nicht sehr vielfältig und breit sortiert dafür war es tiefer. Später wurde das Sortiment breit, es gab alles zu beschauen und kennen zu lernen nur wirklich vergleichbares zu finden war schon schwierig.. die Tiefe fehlte.

Heute, heute ist das Angebot an Weltanschauungen, Religionen, Sozialen Werten und was auch immer, breit und geht auch in Tiefe. Es gibt eine weit größere Angebotspalette an eben allen möglichen Idealen und Weltanschauungen als sich ein Mensch überhaupt in seinem Leben an zu sehen vermag. Je mehr ich in die Breite des Informationsangebots gehe, je weniger kann ich in die Tiefe dessen gehen was sich mir anbietet.

Das hat eben zur Folge das man zu schnell bereit ist das Neue in sein Umfeld zu integrieren. Ohne wirklich in die Tiefe zu gehen ob das was ich mir da annehme überhaupt meinem Wesen entspricht. Und wenn sich dann rausstellt: "ach nööö, das ist doch nix!" dann wird das halt genauso schnell extrahiert.

Das Ergebnis einer solchen Handhabung ist der wachsende Verlust jeglicher Werte überhaupt, denn alles wird immer mehr relativiert und austauschbarer.

Auch wird alles abgelehnt was in sich persönliche Konsequenzen beinhaltet. Und Kritik, auch mal etwas derber formuliert führt sofort zu extremen Reaktionen. Es drängt sich der Eindruck auf, und das zu Recht, daß eben eine flache zusammengesetzte Weltanschauung sofort zusammenbricht wenn diese kritisiert wird. Fanatismus und wohlklingende Oberflächlichkeiten sind absolut Kritik unfähig.

Warum? Weil die Fanatiker so in sich geschlossen sind in ihren Werten das jede Hinterfragung sofort als persönlicher Angriff gewertet wird. Ebenso bei oberflächlichen Weltanschauungen, ich benutze aber lieber die Bezeichnung relativierten Anschauungen, mangels Tiefe werden in Frage Stellungen nur dann akzeptiert wenn sie nicht weh tun.

Es ist also an uns Selbst, uns das was wir idealisieren in der Tiefe zu verankern. Den Weg zu finden, und zwar in allen Dingen unsere Werte in Breite und Tiefe das individuelle Maß zu geben.

Wie? Keine Ahnung, dafür gibt es sicher keine Regel und muss Individuell jeder für sich ermitteln.

Bezogen auf den Glauben bedeutete das für mich viele Jahre des Auseinandersetzens mit mir selbst mit dem "Angebot an Glauben und Religionen" Jedoch irrte ich nicht durch alle Religionen auf der Suche nach dem "wahren Glauben", der "alles umfassenden Wahrheit". sondern es war die Suche nach dem "Ist denn da sonst nichts"?

Ich bin der Ansicht es ist von entscheidender Bedeutung wie ich einen Weg für mein Leben suche. Die Suche der Verzweiflung. Soll bedeuten, die Suche nach dem einzig wahren Weg führt mit schlafwandlerischer Sicherheit ins Chaos. Entweder in einen gelebten Fanatismus, sprich der absoluten Überzeugung der eigenen Erkenntnis der letzten Wahrheit. Oder aber zu einem Zusammenwerfen einer bequemen moderaten Weltanschauung ohne irgendeine reale Konsequenz (Deine Wahrheit – meine Wahrheit) = Relativierung aller Standpunkte zur Konsequenzlosigkeit was ich als Esoterik bezeichne eine idealisierte Gutmenschen – Mentalität die einfach leugnet.

Ein weiser Mann sagte mal:
Eine Suche nach Erweiterung des Vorhandenen ist nur dann sinnvoll wenn das Vorhandene verwurzelt ist. Das all zu leichte "Über Bord werfen" alter Inhalte, für neu entdeckte Werte und Anschauungen ist nur eine umgeschichtete Wertschaffung und eingebildete Weiterentwicklung des Selbst.

Genauso falsch ist das starre Festhalten an alten Werten um der Werte willen. Den genau hier greift der Fundamentalismus. Der nichts anderes ist als das ausleben seiner Inhalte um seiner selbst willen.
Wie ein weiser Mann es mal formulierte:
"Glauben um des Glaubens Willen ist der Tod des Glaubens"

Wie das nun im einzelnen zu Handhaben ist? keine Ahnung dafür gibt es sicher kein Patentrezept. Hilfreich ist das eigene Hinterfragen. Alles weitere findet sich, so man es finden will.

Nicht alles annehmen aber allem was einem begegnet die Möglichkeit der Überprüfung einräumen.


Wenn Welten aufeinander treffen (Teil 2)

Durch die im ersten Teil aufgeführten Gedanken lässt sich zumindest eines Feststellen. Die Möglichkeit sich Werte zu schaffen, eine Weltanschauung zu formen, eine Glauben zu erfahren, war niemals so einfach wie heute was die Möglichkeit der Information betrifft.

Unter anderem eben durch die Globalisierung zerfällt das relative autarke Wertesystem in dem wir uns bewegen.

Unser direkter Nachbar, unser Arbeitskollege, selbst Verwandte können ein völlig anderes Glaubens-, Weltanschauungs-, Wertesystem haben als wir selber. Diese teilweise sich einander widersprechenden Wertesysteme führen natürlich auch zu Konfrontationen. Einige davon werden durch Ignorieren, Andere durch verbale Auseinandersetzungen, und auch durch Gewalt (Glaubenskriege).

Ich vertrete die Ansicht, wenn man ein für sich angenommenes Wertesystem hat und das weiter ausgebaut hat durch Überlegungen oder sonstige Vertiefungen und zu diesem System steht ist man auch fähig jegliche Form der Kritik sei sie nun konstruktiv oder wenigstens begründet worden zu erfahren. Es ist natürlich ein Lernprozess damit um zu gehen. Sehe ich aber Kritik selbst undifferenzierte Kritik als persönliche Beleidigung dann liegt das weder an dem was ich Glaube noch an der Unsensibilität meines "Kritikers" sondern allein an mir wie ich damit umgehe. Das bedeutet nicht das ich Beleidigungen hinnehmen muss.

Diese Ansichten sind gequirlte Scheiße ... ist alleinstehend ohne Begründung eine Phrase oder auch reine Provokation wird sie aber begründet.. kann diese Begründung zwar hohl sein oder aber erklärend. Wer sich dennoch beleidigt, angepisst, bedroht fühlt sollte davon absehen seine Ansichten öffentlich zu vertreten.

Du bist Scheiße ist eine Beleidigung und verfolgt keinen anderen Zweck als die Erniedrigung.
Wenn also Welten aufeinander treffen, also Ansichten die konträr zu einander laufen wird es immer Kritik geben in der einen oder anderen Form. Oder aber eben in einer autarken Welt, seiner Welt zu leben. Die das andere ausschließt.

Es ist wirklich von immenser Bedeutung wie man seine Ideale, seine Werte seinen Glauben ansieht und mit ihnen umgeht. Ob eben konsequent oder selbstkritisch. Beides, zu extrem ausgelebt, lässt keine Möglichkeit mehr zu sich zu Entwickeln und auch weiter zu vertiefen.

Es werden immer "unsere" Welten aufeinander treffen. Wie wir mit diesen Konfrontationen umgehen ist Sache unseres Charakters niemals aber bestimmt das den Wert dessen was wir glauben.

Der Wert unseres Glaubens wird allein daran zu messen sein wie er unser Leben zum Nützlichen, zu unserer Weiterentwicklung dienlich ist.

Freitag, 27. April 2007

Die ethischen Werte unserer Gesellschaft und ihr Ursprung

Vorab: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf akribisch wissenschaftliche Forschung. Alle Inhalte sind die Wiedergabe einer Annahme, die beruht auf persönliche und somit rein subjektive Erfahrungswerte. Dennoch nehme ich eine weitreichende Richtigkeit der Behauptungen an.

Gesellschaftliche Werte, wie immer diese auch gestaltet sind. Persönliche Werte, wie immer diese auch gestaltet sind. Werte die unser Leben im Allgemeinen wie im Besonderen gestalten haben immer ein Entwicklungsgeschichte. Werte entstehen nicht über Nacht. Auch ändern sie sich nicht von einem Tag zum Anderen.

Thema sind nicht Urinstinkte die uns bestimmte Werte vermitteln sondern schon differenzierte Wertvorstellungen.

Diese Wertvorstellungen sind in Jahrhunderten gewachsen und beruhen auf den dominanten Einflüssen die eben über lange Zeiten vorherrschten.

Aus der Geschichte wissen wir das die Kirche, insbesondere die katholische Kirche sehr dominant die Geschicke der Menschen beeinflußte. Von der Geburt über die Ehe bis zur Bahre. Arbeit, Freizeit, Gesundheit, Bildung alles bestimmte die Kirche und natürlich besonders streng die Glaubensinhalte und den Ablauf religiöser Aktivitäten.

Die Kirche kontrollierte nahezu alle Bereiche des Lebens und stand Jahrhundertelang außerhalb jeder ernst zunehmenden Kritik. Alles was nicht ins Weltbild paßte wurden verbrannt, geschunden, geschliffen, zerstört, eingesperrt, getötet eben zum Schweigen gebracht. Über duzende von Genrationen hinaus.

Die Folge daraus waren so gut wie keine Vergleichsmöglichkeiten. Die alten Werte aus früheren Zeiten, bevor die Kirche diese Macht ausübte, waren in der Bevölkerung weitgehend vergessen. Die Monoistische Gottessicht. Das Selbstverständnis der Religion lies auch nichts anderes zu.
Diese Umstände schufen den Boden einer Wertvorstellung die über Generationen beibehalten und verfestigt wurde.

Der Humanismus ist wenn auch nicht offensichtlich eine direkte Folge daraus. Auch wenn man meint das der Humanismus nichts mit Gott zu tun hat.

Wie alle Geschichte irgendwann eine Änderung erfährt im Laufe der Zeit so auch die der kirchlichen Geschichte.

Erst kam Luther der entscheidende Veränderungen herbeiführte. Wohlgemerkt nicht an Glaubensinhalten sondern nur am "Verwaltungs- und Ablaufsystem". Aber es ebnete den Weg zur Kritik und auch das es möglich wurde vergleiche an zu stellen. Gepflogenheiten zu hinterfragen.

Dadurch das eben über mehr als 10 Jahrhunderten allein die Kirche bestimmte was Gut und Böse, Recht und Unrecht, Anstand und Perversion ist hat sich in den Menschen, in der menschlichen Gesellschaft, im sozialen Miteinander ein Wertesystem festgelegt das auf den Grundlagen kirchlich – christlicher Ethik beruht.

Auch heute noch sind viele Werte immer noch Grundlage dieser Ethik unabhängig davon ob ich an den Gott der Bibel glaube, ob ich Atheist oder Buddhist oder sonst eines Glaubens bin. Vielfach werden diese Werte auch in den jeweils "neuen" den "anderen" Glauben eingebracht.
Selbst die Satanisten haben in nicht unerheblicher Stärke christliche Werte. Wobei ich Satanisten in ihrer Logik eh nicht ganz folgen kann.

Aber auch in anderen Glaubens und philosophischen Weltsichten haben die christlichen Werte einen hohen Stellenwert. Weil eben diese Werte weit mehr uns in Fleisch und Blut übergegangen sind als wir uns bewusst zu machen vermögen.

Daraus ergibt sich nun die Frage: Ja können wir überhaupt eine Wertüberprüfung bei uns selbst durchführen und gegebenenfalls auch verändern?

Ja, das ist möglich. Und da kommen auch wieder Urinstinkte ins Spiel. Inwieweit und in welcher Form welche Instinkte mit welchen Wertvorstellungen, Alte und neue Ideale miteinander interagieren vermag ich nicht mal ansatzweise zu erläutern. Aber ich bin felsenfest der Überzeugung.

Wenn wir wissen welche Grundlagen unsere Werte haben können wir diese Grundlagen bei bedarf auch ändern und damit unsere Werte. Wir vermögen unsere Werte aber nicht wirklich zu ändern wenn wir ihre Grundlage beibehalten. Sondern allenfalls etwas liberalisieren und das nennt sich dann im besten Falle Humanismus und im schlimmsten Falle, nach meiner Ansicht, Esoterik.

Wenn ich mir also bewusst mache welche Grundlage meine bisherigen Werte haben, dann vermag ich sie zu überprüfen und andere Grundlagen ab zu klopfen ob diese andere Werte ermöglichen, vermitteln. Und ob diese dann mir Wert sind oder eben nicht.

Beispiel: In einem Internetforum machte jemand die Aussage das in der Vergangenheit er die Ansicht vertrat das Spiritualität und Sexualität nicht miteinander vereinbar seien.

Sinngemäß, wie ich es verstanden hatte, enthielt sich diese Person jeder Sexualität um spirituell zu wachsen.

Wie kommt man nun zu solch einer Erkenntnis? Ich glaube aufgrund eingerosteter Wertvorstellungen.

Spiritualität = Reinheit = suche nach dem Göttlichen in welcher Form auch immer.
Sexualität = Unreinheit = suche nach Erfüllung niederer Instinkte
Ergebnis = Sexualität = Sünde = Teil kirchlich – christlicher Werte.

Die betreffende Person änderte später diese Einstellung. Ich glaube weil ihr bewusst oder unbewußt klar war das sie christliche Wertsysteme anlegte die aber im Gegensatz zum "Mutter Erde Glauben" stand. Für den diese Person wohl steht.

In welchem Zusammenhang christliche Werte im eigenen Wertmaß eine Rolle spielen, und ich meine ausdrücklich nicht bewusst entschlossenes Annehmen dieser Werte, sondern anerzogene, angelernte, aufgeschnappte Werte, eine Rolle spielen muss ein jeder für sich, also individuell entscheiden, ebenso ob er das überhaupt berücksichtigen will.

Doch in einem bin ich felsenfest überzeugt und es ist meines Erachtens ein Faktum das die Grundlage unseres Wertesystems in Europa die kirchlich – christlichen Vorgaben als Ursprung haben. Und wenn ich das erkannt habe, erst dann bin ich fähig mich selbst zu überprüfen und habe eine Tür geöffnet auf dem weg zu meiner pers. Spiritualität.

Mittwoch, 18. April 2007

Segenswünsche

Was genau sind Segnungen?

Sind das eigene Willensbekundungen? Oder die Herbeirufung und Weihung eines höheren Wesens über eine bestimmte Sache, Person oder Ereignisses? Ist das Gegenteil einer Segnung das Verfluchen? Oder ist das nur eine Phrase?

Ein Segen ist zuerst einmal eine Reinigung. Wenn man einen Segenswunsch äußert meint man...

Im christlichen das einen Gott von üblem reinige.
Im Islam wird’s dasselbe sein.
Im heidnischen ist das meiner Ansicht anders geartet. Hier ist auch die Wortwahl eine andere: "Mögen die Götter dich schützen".

Wenn ich also im christlichen sage: "Gott segne dich" dann meine ich im besten Falle: "Gott halte dich rein von jeder Sünde" im schlechtesten Falle: "Gott reinige dich von all deinen Sünden" warum im schlechtesten Falle? Nun ja wenn ich das als Verabschiedungformel gebrauche, oder sollte ich sagen missbrauche? Dann gehe ich ja immer davon aus das derjenige sündigt das es raucht *schmunzel*

Ich bevorzuge doch da das heidnische "Mögen die Götter dich schützen" wenn überhaupt. Denn tatsächlich finde ich es nicht berauschend einen Segen zu einer Grußformel zu degradieren. Ich, für meinen Teil empfinde einen Segensspruch sollte immer Ursachen bezogen sein. Wenn ich jemanden das Wohlwollen der Götter wünsche. Dann ist das ein Herzenswunsch, ein Bedürfnis ihn gutes zukommen zu lassen. Benutze ich es aber als Grußformel, negiere ich den Segen zur Alltäglichkeit. Ich habe neulich einen Segensspruch formuliert (Grundsätzlich formuliere ich einen persönlichen Segensspruch jedesmal neu und individuell) zur Geburt eines Kindes weil ich deren Großmutter sehr zu schätzen weiss. Und die Hoffnung hege das sie dem jungen Leben im Laufe der Jahre vieles nahe bringt was auch ich Wert schätze. Halten kann es natürlich jeder wie er will. Ich tue es ja auch wie ich will.

Freitag, 13. April 2007

(Der 50. Artikel) Deine Wahrheit meine Wahrheit

Manchmal nimmt es mich Wunder wie mit sogenannten Toleranzen oder "Achtung neue Wortschöpfung" Toleranzweisheiten umgegangen wird.

"Jeder hat seine Wahrheiten" Das ist so ein Spruch, Was soll der aussagen? Wenn ich diese Aussage so treffe, dann würde das beinhalten das jedes "Ding" von dem ich überzeugt bin es ist Wahrheit, auch Wahrheit sein. Das aber beinhaltet das ich mich niemals irre. Denn was Wahr ist kann ja nicht plötzlich Lüge sein, ich hab mich also geirrt das , was ich als wahr erkannte wahr ein Irrtum, war eben nicht wahr.

Nein ich glaube viel eher das es in dieser unserer Realität nur eine Wahrheit gibt. Aber das wir Menschen, je nach Herkunft, sozialem Umfeld, Charakter, Bildung, und anderer Komponenten haben unsere eigene Sicht unsere eigene WAHRNEHMUNG der Wahrheit aber eben nicht verschiedene Wahrheiten.

Es stellt sich also die Frage was ist Wahrheit? Und warum haben Menschen nur eine beschränkte und individuelle Sicht auf die Wahrheit?

Es gibt einige einfache grundlegende Wahrheiten das sind unter anderem die Naturgesetze. Das Gesetz der Schwerkraft besagt, vereinfacht.. wenn ich etwas fallen lasse fällt es nach unten solange ich mich im Schwerkraftfeld der Erde befinde. Diese Wahrheit ist immer und für alle die gleiche. Ich kann diese Wahrheit überbrücken. Kann sie durch bestimmte Einflußnahme an ihrem natürlichen Ablauf hindern. Beispielsweise durch einen entsprechenden Luftsog oder Gegenmagnetismus am fallen hindern oder sogar zum aufsteigen veranlassen. Aber ich kann sie nicht verändern oder an sich aufheben.

In einer anderen Existenzebene mag dieses Gesetz vielleicht nicht gelten aber das zu erfahren ist uns, in unserer Realität nicht wirklich möglich.

Die Seele ist die Verbindung zur eigenen Göttlichkeit. Was für ein Spruch. Ausser Acht lassend jedweder Toleranz auf eine eigene Meinung nenne ich solche "Sprüche" Die Produktion verträumter Trottel die sich irgendwo ein Pseudo. –intellektuelles und –spirituelles Wissen angelesen haben.

Aber es wird ja heute fast alles "spiritualisiert" was irgend möglich ist. Hierzu ein Tip einer Page die das Thema sehr nett auf den Arm nimmt (http://freenet-homepage.de/hexe-tee-ei/) angefangen von Wellnessurlaub bis hin zum einfachen Wassertrinken nur das Kacken, das wurde noch nicht entdeckt als "biosprituelle" Reinigung.

Aber sich echauffieren über Menschen die einfach einen Glauben haben. Menschen die in sich gefestigt ihren Göttern opfern und die Werte ihres Glaubens leben ohne anderen diesen als einzig erkannte Wahrheit zu propagieren.

Ich kenne eine Christin die einen für sich einfachen und ihr selbstverständlichen Glauben lebt, in ihrer Gemeinde wie auch außerhalb. Sie versteht sich weder als vollkommen noch perfekt noch wahre Wissende. Nein sie ist einfach nur was sie ist. Mensch Ehefrau Gemeindemitglied die auf Ansprache jederzeit ihren Glauben bekennt und such ein Zeugnis zu sein ihres Glaubens nicht andern unbedingt zeigen müssend wie unrecht sie doch haben und sie die Inhaberin der einzig geltenden Wahren Gläubigkeit ist.

Sie ist diesbezüglich mir, einem zutiefst Gläubigen Heiden sehr ähnlich. Denn ich sehe das in der Glaubens-Lebens-Führung nicht anders.

Ein weiser Mann sagte mal: "Spiritualität ist wohl in allem und jedem aber es ist nicht alles spirituell!"

Was bedeutet das? Ganz einfach Existenzebenen Wahrheiten Welten was auch immer alles berührt einander und hat fließende Grenzen. Wäre dem nicht so gäbe es keine Spiritualität. Auch wenn die Natur insgesamt viele Verbindungen haben mag zu anderen Existenzebenen. Bleibt ein Kieselstein doch nur ein Kieselstein und ein mystisch wirkender Sonnenuntergang mit einen unbeschreiblichen Lichtspiel fast immer nichts weiter als ein wundervolles optisches Erlebnis das Emotionen auslöst.

Ich kann für mich und an die Adresse jedes anderen nur sagen. Seid vorsichtig mit dem was ihr von euch gebt... Vermutungen sind keine Wahrheiten und Wahrheit erhebt nicht immer, aber fast immer einen Ausschliesslichkeitsanspruch. Es gibt nicht deine Wahrheit und meine Wahrheit. Es gibt auch nicht meine Realität und deine Realität. Wir leben alle in derselben Realität. Wir haben nur verschiedene Wahrnehmungen derselben Realität und eben eine stückhafte Sicht auf die Wahrheit. Diese Wahrnehmung bestimmt was wir glauben. Woran wir glauben. Wie wir diesen Glauben leben das aber liegt in unserem Umfeld in unserem Charakter und anderen Komponenten.

Mittwoch, 4. April 2007

Wenn der Glaube den Charakter formt - oder - wenn die Religion den Charakter nachhaltig beeinflusst

Wenn der Glaube den Charakter formt oder wenn die Religion den Charakter nachhaltig beeinflusst.
Zwei Formulierungen die unterschiedliche Betrachtungsweisen derselben Sache darstellen. Ist das wirklich so? Oder liegen hier zwei Grundverschiedene Aussagen vor zu zwei unterschiedlichen Dingen? Wie so oft, ist beides richtig und in einander fließend.

Erstmal sind beide Aussagen, insbesondere gemeinsam getroffen sehr suggestiv, soll heißen... sie wurden von einem bestimmten Standpunkt aus getroffen. Und sie sind auch so gemeint.

Einen Glauben zu haben ist ja grundsätzlich nicht schlecht sondern gut, weil dem Menschen hilfreich die Welt zu verstehen. Es ist seine persönliche Beziehung zu dem was er göttlich nennt. Wenn sich aus diesem Glauben auch charakterliche Stärke, was unter anderem bedeutet.. Kontinuität im Leben, entwickelt so ist das m. E. etwas erstrebenswertes. Gläubige Menschen sind nicht selten bescheiden in ihrem Wesen, versuchen nicht viel zu gelten vor den Massen. Gehen mit ihrem Glauben nicht hausieren und bieten ihn feil wie Marktschreier.

Der Glaube allein schafft keinen Charakter. Das halte ich für ausgeschlossen. Doch er kann die Charaktereigenschaften potenzieren oder ausgraben. Er kann die negativen helfen zu kontrollieren und zu kanalisieren.

Bei der Religion ist das anders gelagert. Glaube ist ja, wie ich schon verschiedentlich festgehalten habein anderen Artikeln dieses Blogs, die persönliche Bindung zu dem was man göttlich nennt. Während Religion in gemeinschaftliche Zwänge geführter Glaube ist.

Charakter der aus der Religion geformt ist will eben diese Religion propagieren, vorantreiben einsetzen inthronisieren oder was auch immer. Er dient allein ihren Zielen. Schafft also eine Art Sklavencharakter. Aber auch gleichzeitig erhebt er sich selbst dabei zur eigenen Göttlichkeit.

Dieses Phänomen ist in allen Religionen an zu treffen. Von den Buddhisten bis zu den Zeugen, ob Buddhisten, Christen, Heiden, Hindus, Juden oder Moslems.

Wobei ich allerdings sagen muss das bei den Heiden ich das nur von wenigen und nur vom Hörensagen kenne.

Bei den Buddhisten und Hindus ist es eine reine Vermutung meinerseits, bin mir aber sicher daß es das auch unter denen geben mag. Bei den Anhängern des Islam ist es anhand bestimmter Verhaltensweisen einiger Mullahs die sich besonders gerne hervortun aber auch einiger einfacher Anhänger einfach offensichtlich.

Real erlebt habe ich es nur bei Christen oder solchen die sich als Christen benannten. Das nun zu werten ist meine Sache nicht. Aber, Ich habe eben einige unter einigen Christen erlebt die in einer Charakterform sich präsentierten die verachtender nicht sein kann.

Ursache ist ein Denkfehler der mir in einem Zeitraum von mehr als 25 Jahren immer wieder begegnete.

Jene die ich meine gehen davon aus das der Gott der Bibel der einzige Gott ist, bis hierhin o.K., auch wenn ich was anderes glaube. Wenn sie sich zu ihrem Gott bekennen, ihn als ihren Herrn annehmen werden sie vor ihm gerecht, gerechtfertigt, Vergebung ihrer Schuld usw.. für mich seltsam, aber o.K., auch das ist eine Sache was man unter Glauben zuordnen kann. Aber, und hier kommt m.E. ein massiver Denkfehler.. Wenn ich nun gerecht bin vor Gott, dann müssen ja alle die nicht dasselbe glauben wie ich, vor Gott nicht gerecht sein... und, wenn ich das weiter denke .. nicht Kinder Gottes nicht reinen Herzens ...immer noch in Sünde lebend.. verloren des Satans Beute *Schmunzel* aber so denken die tatsächlich. Und wenn man dann das mit bestimmten Bibelsprüchen identifiziert wie zum Beispiel.. "Laßt die Toten ihre Toten begraben" wer aber die Liebe (die liebe Gottes ist hier gemeint) nicht hat der ist wie ein tönendes Gefäß....." Dann wird nachvollziehbar das diese sich als Auserwählte und allen anderen Überlegen ansehen. Denn keiner vermag die Bibel zu verstehen als die, die im Geiste leben. Diese billige Ausrede wird dann gern hin zu gezogen wenn du ihnen anhand der Bibel persönliche Fehler nachweisen kannst. Und ich meine nachweisen, nicht nur eine Meinung äußern.

Dieses Prinzip ist aber nicht allein bestimmten Religionen vorbehalten bei weitem nicht. Es ist eine rein menschliche Erscheinung der eigenen Selbstüberschätzung.

Es gibt das bei allen radikalen seien sie religiös oder auch politisch oder philosophisch orientiert.
Das alles findet sich wunderbar wider in einem Schulbuch der 10. Klasse der ehemaligen Ostzone.

Dort fand ich den Spruch: "Der Sozialismus ist vollkommen weil er Wahr ist " oder man kann auch sagen ich kenne Gottes Willen weil ich ja ihm gehorsam bin, oder ich kann auch sagen ich bin ein Gott weil ich das glaube. *Schmunzel* Wunschdenken, Realität, und die Möglichkeiten Realitäten zu schaffen sind drei verschiedene Dinge aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls auf Grund dieses Denkfehlers legen diese Leute eine Menschenverachtende Arroganz an den Tag die narzisstischer nicht sein könnte.

Ein weiser Mann umschrieb das mal wie folgt.

Die Religion sollte niemals den Charakter formen, sie sollte bestenfalls die Bedingungen schaffen das der Glaube den Charakter zu stärken vermag.

Montag, 2. April 2007

Konkurrenzkampf der Religionen oder Odin statt Jesus

Die Landeskirchen verlieren Mitglieder. Werbung tut not. Die radikalen Christen, Moslems, gewinnen an Zulauf, Aufklärung tut not.

Die Buddhisten verbreiten sich seit Jahren über Europa. Sogar die Heiden gewinnen an Einfluss. Ein Konkurrenzkampf um die Seelen der Menschen ist ausgebrochen. Ist dem wirklich so? Kämpfen die Religionen um die Seelen der Menschen oder um Mitglieder? Diesen Kampf um die Seelen kämpfen jedoch nur zwei die Christen und die Moslems.

Gibt es diesen Konkurrenzkampf der Religionen überhaupt? Der Auffassung der "Seelenjäger" nach sieht es danach aus. Ich für meinen Teil finde das allenfalls amüsant. Es hat schon etwas tragische Komik wenn "Hölle und Schwefelprediger" oder "wahre Glückseeligkeitsversprecher" auftreten und die wildesten Szenerien kreieren um die Leute auf ihren "einzig wahren Weg" zu ziehen.

Ein moslemischer Missionar ist mir zwar nie begegnet, aber die christlichen unterschiedlicher Ausrichtung dafür Zuhauf.

Diesen angeblichen Konkurrenzkampf der Religionen ist allein ein Kampf der real konkurrierenden Buchreligionen der Christen und Moslems. Die anderen Religionen haben damit nichts zu schaffen und wollen dies auch nicht.

Wer sich dem Asatru zurechnet der sieht im christlichen Glauben nicht mal den Ansatz einer Konkurrenz. Warum auch. Die Ansätze, die Inhalte, die Ziele sind völlig anders. Auch wenn von der Schöpfung bis zum Ende der Welt etliche vergleichbare Ereignisse existent sind. So ist doch die Gewichtung, die Wertung eine völlig andere.

Odin statt Jesus wie ich diesen Spruch hasse!

Diesen Spruch findet man gelegentlich auf T-Shirts, Aufnähern, in Spruch- und Bildform (Adler schlägt Fisch)

Vorzugsweise aus der politisch rechten Szene wird dies propagiert. Aber leider auch Heiden tragen dergleichen gelegentlich zur Schau. Doch warum ist das nun verwerflich?

Zum ersten ist das eine ganz billige Provokation der Christen die in Ihrer Wirkung allenfalls belächelt wird.

Zum zweiten ist es ein Gleichstellen Odins mit Jesus. Ist Jesus, aus heidnischer Sicht, ein Mensch, von einer Frau geborener Mann mit dem Walvater in Vergleich zu stellen? Nur weil er als der Sohn Gottes von seinen Anhängern benannt wird? Wenn dann wäre er aus heidnischer Sicht man gerade ein Halbgott vergleichbar dem Herkules. Und den Spruch Herkules statt Jesus hab ich noch nie gesehen. Warum nicht? Weil so ein Vergleich albern ist, weil es keinerlei Bezug hat zueinander. Der Spruch Odin statt Jesus der beleidigt mich als Heide aber keinen Christen.

Zum dritten stehen die Glauben in keiner Konkurrenz. Denn der christliche Glaube ist aus heidnischer Sicht voller Zwänge, Gesetze, Reglements. Ge- und Verbote. Aus christlicher Sicht beten die Heiden tote Götzen an die die Menschen nicht erretten können.

Es existiert, zumindest aus heidnischer / asatruer Sicht keinerlei Ansatz eines Konkurrenzkampfes der Religionen. Ein T-Shirt also mit einem solch dummen Spruch ist allenfalls ein Eigentor.

Die Wertigkeiten des heidnischen, des Asatru Glaubens, die darin enthaltenen Verhältnismässigkeiten zwischen Göttern und Menschen sind in keinerlei Vergleich zu bringen zu den Christlichen Werten.

Ob die Christen ihren Jesus nun als das Nonplusultra ansehen oder nicht sollte doch dem Asatru völlig Banane sein.

Also kein Shirt mit ... Odin satt Jesus ... sondern wenn dann ... Asatru der Glaube zur Freiheit und Natürlichkeit.