Sonntag, 16. Dezember 2007

Die Schwierigkeit ein Heide zu sein. Oder erfinde dich Neu


Das Leben eines jeden Menschen ist von Gesetzmäßgkeiten geprägt. Diese Gesetzmäßigkeiten finden wir überall. Im Berufsleben, In unserer Freizeitgestaltung in unserer Bildung, in den Familien, dem sozialen Zusammenleben. In unserem Denken von Gut und Böse. Überall durchziehen Gesetzmäßigkeiten unser Leben, unser Handeln und unser Denken.

Mit Gesetzmäßigkeiten ist hier gemeint automatisierte Abläufe, Gewohnheiten feste Strukturen in unseren Gedankengängen und Handlungen. Diese geben uns Kontinuität aber beschränken auch unser Flexibilität beispielsweise abstrakt zu denken. Oder eben unübliche Gedankengänge einfach so zu vollziehen.

Beispiel: Online bin ich mit dem Nick "Ordensbruder IS" Nahezu jeder denkt, Ordensbruder = katholischer Mönch, im Kloster lebend. Insider, oder die sich dafür halten denken. Aha der ist Mitglied eines Christlichen Ordens. höchstwahrscheinlich katholisch, eventuell Mönch, oder aber evangelischer Ordensbruder gibt es ja auch. Beide liegen völlig daneben.

Zum einen wollte ich natürlich vor Augen führen das man Dinge die man für sich annimmt auch fast immer ohne nach zu denken auf andere uberträgt. Denn weder bin ich Mönch noch Angehöriger eines christlichen Ordens, ja nicht einmal Christ. Ich bin allerdings auch kein Angehöriger eines anderen Glaubens Orden. Ich selbst verstehe mich allen Heiden = Nicht christlichen, moslimischen, jüdischen Glaubens, nach Asatruer Ordnung brüderlich verbunden. So kam dieser Nick zu Stande. Und nahezu alle Online Publikationen, Komunikationen laufen eben unter diesem. Zumal ich auch die sogenannte Mönchskutte als ein bequemes Kleidungsstuck empfinde.

Es sind also die Gesetzmäßigkeiten unserer Gedanken die uns oft zu vorschnell bestimmte Dinge und Gedanken einfach voraus setzen lassen. Viel zu leicht setzen wir Dinge einfach voraus weil wir meinen das muss so sein.

In sprituellen Angelegenheiten kann das sehr fatal sein.

Wie ich in einem der vorherigen Artikel bereits ausführte bedeuten derselbe Begriff nicht unbedingt auch das Gleiche im Verstandnis des Benutzers.

Ein Beispiel: Ein Christ fragt einen x-beliebigen Menschen in seinem Missionseifer: "Glauben sie an Gott?" Naturlich geht der Christ generell davon aus das nur sein Gott der einzige Gott ist und nur diesen Gott meint er. Die Möglichkeit das der, an den diese Frage gerichtet ist eventuell an einen oder mehrere andere Götter glaubt, die schliesst die Art der Fragestellung aus. Denn im allgm. will der Frager wissen ob der Befragte an den Gott glaubt den dieser ja als einzigen voraussetzt.

Wenn nun der x-beliebige Befragte ein Heide ist. Was soll er dem christlichen Frager antworten?

Sagt er Nein ist diese Antwort Korrekt und dennoch Falsch. Nein, er glaubt nicht an den Gott der Bibel, Ja er glaubt an einen, nein an mehrere Götter sogar. Sagt er aber Ja und lässt dieses Ja alleine stehen denkt der Christ er meine seinen Gott der Bibel. Und dennoch hat er vollig korrekt geantwortet. Den er ist als Heide ja ein glaubiger Mensch.

Da mir ja die christliche Denkweise bekannt ist pflege ich selbst auf diese Frage, ob ich an Gott glaube, zu antworten: Uber welchen der Götter reden wir?

Meist kommt dann die Antwort: "Es gibt nur einen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde!" Darauf reagiere ich je nach Laune. Entweder lasse ich den Ignoranten einfach stehen. Oder aber sage achso du meinst Odin, aber die Erde und den Himmel schuf er nicht allein seine Bruder Vil und We halfen ihm dabei. In 99 von Einhundert Fallen klappt der Unterkiefer des Fragestellers solange nach unten bis ich bereits gemütlich ausserhalb seines Dunstkreises geschlendert bin. In nur ganz wenigen Fallen fand tatsächlich ein Austausch von Sichtweisen statt.

Wie also hier zu sehen ist stehen hier festgefahrene Strukturen anderen, möglichen Denkweisen im Wege.

Nun ist es aber so, daß eben Menschen in unseren Breiten mit den Werten, Idealen, Denkmustern die von ganz deutlich sichtbar bis unterschwellig auf eben die christliche Lehre, ob nun richtig oder falsch interpretiert, zurück zu führen sind. Und eben die wenigsten Kinder mit einer anderen oder gar heidnischer Denkungsart aufwachsen. Die meisten Heiden oder auch Asatru Anhänger konvertieren erst im Alter von über 20 wovon ich die Modeheiden, ein gräßliches Wort, und die Sympathisanten des Heidentums in der Esoterik mal raus nehmen möchte.

Diese Neuheiden also haben einen unglaublich schweren Stand. Aufgewachsen in einem sozialen Umfeld dessen Werte Und Denkmuster in christlichen Grundlagen zu finden sind erfahren sie eine zum Teil gänzliche andere Art von Werten und Idealen.

Nicht selten kommt es dann zu Auswüchsen die dann mehr Schaden als Nutzen haben. Ein Beispiel ist das relativ bekannte T-Shirt mit dem Aufdruck "Odin statt Jesus" Diese Aussage impliziert das der Gott Odin und der Mensch gewordene Gottessohn Jesus in direkter Konkurrenz stehen.

Wer aber an die Götter glaubt für den steht es ausser Frage das jener Jesus "nur" ein Mensch war. Weder ein Gott noch sonst ein höheres Wesen. Wer aber glaubt das Jesus der Sohn Gottes ist, der glaubt nicht das Odin ein Gott ist. Beides schliesst einander aus.

Jedoch zuruck zum eigentlichen Thema

Wenn ich also dem alten Glauben anhange ändern sich auch meine Zielsetzungen in dieser, wie auch in einer möglichen anderen Welt. Die Werte und Zielsetzungen die christliche Grundlagen haben werden immer mehr unwichtig ja sogar als falsch interpretiert. Dieses Umdenken ist so ziemlich das schwierigste was ein Mensch auf sich nehmen kann, es dauert viele Jahre sich aus festgefahrenen gewohnten Bahnen zu lösen und andere Wege zu beschreiten.

Auch wenn nicht alle Werte durchweg christlichen Ursprungs sind, und manche aus streng christlicher Sicht sogar pervertiert sind so sind sie doch davon stärker beeinflusst als man allgemein annimmt. Und sicher gibt es auch Aspekte die deckungsgleich sind. Nur eben ist die Motivation eine andere.

Begriffe wie Gut und Böse, Recht und Unrecht, ja selbst Begriffe wie Gott, Ehre, Anstand, werden vollig anders gedeutet bis hin zum völligen Gegensatz.

Und wo die Grenzen grau werden. Wenn beide den Begriff gleich deuten aber eben die Motivation, das Verstandnis des Warum ein vollig anderes ist.

Auch wenn einige es annehmen, so gibt es doch keine Konkurrenz der Religionen, denn das sehen nur religiose Eiferer des "wahren Glaubens¡" des "wahren Gottes" gleich welchen Glaubens, welchen Gottes. Der Glaube an den Gott der Bibel und das sich Bewusstsein der Götter ist in Keinster Weise in einen Wertvergleich zu stellen. Der christliche Glaube stellt einen Absolutheitsanspruch indem er nur einen Gott zulässt und alle anderen im besten Falle als machtige Dämonen ansieht die letztendlich alle mit Satan im ewigen Feuer der Verdammnis enden.

Der heidnische Glaube ist ein Polytheistischer Glaube, ein Glaube an viele Götter genauer gesagt an zwei Göttergeschlechter. Es ist also für den Heiden nicht ausgeschlossen das auch der Gott Israels existiert nur eben nicht das dieser der einzige und wahre Gott ist.

Wenn mich also jemand fragt ob ich an Gott glaube ist es korrekt zu antworten: "Ja!"

Wenn die Frage aber lautet: "Glaubst du das Jesus Christus, Gottes Sohn ist der fur die Sünde aller Menschen am Kreuz starb?" Dann ist die Antwort: "Nein."

Die Grundlagen des Glaubens sind so unterschiedlich wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Warum sollte ich dann an einen Glauben der allem widerspricht was ich bisher glaubte und fur richtig erachtete, Aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel.

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