Mittwoch, 22. Januar 2020

Ich bin - also muss ich! - oder - Thema: Organspender - Moralisch Ethische Religiöse Argumentation


Ich bin …. (was auch immer) also muss ich…. (was auch immer)

Wer das lebt, der ist ein Idiot!

Warum sollte er ein Idiot sein?

Wer meint: Zu Sein, weil er tut, was er meint tun zu müssen um zu Sein was zu Sein meint, der ist nur was er denkt zu Sein aber nicht ist. 

Verwirrend? Ja sogar für mich der dies schreibt. Ich bin mir nicht mal sicher ob das so richtig formuliert ist was ich sagen will. Also dann eben Stück für Stück-
Statements werden täglich vielfach abgegeben im Beruf, In der Freizeit im Privaten Umfeld, im Dialog. Oft und fast überall

Ich bin Christ… Ich bin Heide Ich bin Atheist – Buddhist, Moslem, Jude… Ich bin schwul, BDSMler. Ich bin dies und jenes oder bin dies und jenes nicht. Ich bin nicht Eifersüchtig. Ich bin kein Nazi aber… usw. usw. usw.
 
Viele nicht enden wollende Statements. Das ist auch ok so. Doch sind wir, was wir vorgeben zu sein?

Immer noch verwirrend? Ja ich weiß. “Also Butter bei die Fische“

Ich bin Heide! – Ohne jetzt diese Begrifflichkeit haarklein zu definieren setze ich hier der Einfachheit wegen einfach mal voraus Heide = Ein Mensch der nicht den Buchreligionen folgt sondern sich dem Glauben der Ahnen aus vorchristlicher Zeit in welcher Form und Ausübung verbunden fühlt.

Ich bin Heide - also muss ich…. Nee also werde ich…. Also will ich… hmm? Nö einen Dreck muss ich, Nix werde ich, und ALSO will ich ist ein Widerspruch in sich selbst und letztendlich wird das will zum werde und das werde zum muss. Und schon ist das Dogma geboren.

Ich bin Heide - (Buddhist, Christ, Muslime, Atheist, schwul, SMler, asexuell, was auch immer) und ich bin Organspender – (Blutspender, Rückenmarkspender – spreche mich für / gegen Organspende, Blutspende, Rückenmarkspende was auch immer aus)

Es ist unabhängig voneinander, wer was auch immer ist und alles daraus begründet was er tut. Wenn er das für sich selbst, sich allein entscheidet, das ist völlig OK. In dem Moment aber in dem er seinen Glauben, seine Neigung, seine genetische Konstruktion als Grundsache für eine völlig andere Grundsache benennt erhebt er seine Grundsache zum Dogma. 

Dann wird aus (Ich bin ein Heide darum bin ich Organspender) ganz schnell (wenn du ein Heide bist musst du Organspender sein) Und das ist dann ein Dogma.

Für dogmatische Religionen wie die Buch-Religionen mag das vertretbar sein, ja mag es Sinn ergeben.

Für den Heiden aber nicht. – Das gilt natürlich andersrum ganz genauso (Ich bin Heide darum spende ich kein Organ und / oder Rückenmark oder was auch immer. Es bleibt ein Dogma.

In einer Umfrage innerhalb eines Forums ergaben sich da einige interessante Feststellungen gerade zu dem Thema Organ/Blut Spende oder Erhalt.
So sind mehr als Organspender, nach Ableben eingetragen, als Leute die Blutspenden das führt bei mir zu eigenartigen Gedanken. Zum Glück ist diese Umfrage nicht wirklich repräsentativ. Und doch. Seine Organe zu spenden, wenn man Tod ist mag vielleicht heroisch klingen, doch was ist es wirklich? Man ist tot, aus die Maus, Ende Gelände, man hat keinerlei Anteil mehr daran. Ob dann dieses Organ wirklich passt? Und viele andere Fragen die ich aus ethischen Gründen nicht benennen mag. Weil ganz einfach, es alles beschmutzt was der Spender sich gedacht haben mag. Denn es liegt ganz sicher nicht in meiner Absicht jemanden der dies tut, der seine Organe spendet oder gar seinen toten Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellt, diese Menschen in irgendeiner Weise darum zu diskreditieren. Andersrum allerdings erwarte ich dasselbe.
Doch zurück zu dem was ich befremdlich finde. 

Bei den Blutspendern war die Zahl geringer, Das kann ich nicht nachvollziehen. Eine Blutspende mag geringer wirken als eine Organspende. Doch tatsächlich ist eine Blutspende so viel mehr als eine Organspende nach dem Tod.

Die Organentnahme ist einmalig, ob der Spender das Organ annimmt ist nicht gesichert, es findet nach meinem Tod statt. Dies ist weder eine besondere Leistung meinerseits, noch besteht der Hauch einer persönlichen Beeinträchtigung, ich bin ja bereits tot.

Die Blutspende, selbst wenn sie finanziell entlohnt wird, birgt Risiken relativ unwahrscheinliche aber mögliche, und schon vorgekommene. Es braucht Zeit und Weg. Ist ja nicht so dass man sowas vor der Wohnungstür hat. Anfahrt Abgabe Rückfahrt, alles braucht Zeit. Wer dem regelmäßig nachgeht spendet Plasma und Blut in reichlicher Menge und kann so Duzenden das Leben retten. Und nicht ganz frei von einem Risiko für das eigene Leben.

In meiner Welt ist der regelmäßige, selbst der gelegentliche Blutspender tausendmal sozialer in seinem Denken und Tun als ein Organspender. Zumal er eben noch ein Risiko trägt. 

Natürlich sind hier die Lebendspender ausgenommen. Deren Risiko ist – kann proportional wesentlich höher liegen
.
Einige gaben an dies aus dem Glauben heraus zu tun, nun das Argument hatten beide Seiten. Und beide haben Unrecht. Warum? 

Die Organspende ist von Regierungen und deren Helfern angeleiert worden. Warum. Weil ja die Regierungen das Beste für die Menschen wollen? Oder weil die Pharmaindustrie daran Milliarden verdient?

Das ist nur eine mögliche Antwort von unzähligen anderen die aber zusammenhängend genau das vermuten lassen was ich hier angeschnitten habe. Dasselbe trifft auf die Aktivitäten der Regierungen zum Klimawandel zu. Man muss natürlich bereit sein global und Themen übergreifend zu denken. Und das kann wehtun
.
Das Heidentum ist nicht dogmatisch, eine allgemeine Begründung auf dem Heidentum basierend ist einfach nicht möglich. Individuell kann ich sagen, in meinem Glauben, wie ich ihn lebe begründet sich meine Entscheidung, das wieder ist ok aber zu sagen …. Ok hier sehe ich ein Problem… was für mich logisch sehen andere nicht zwingend so und ihnen erscheint beides als dasselbe. 

Anmerkung: Einige meiner Blogs schreibe ich trotz Überlegungen, die auch Tage andauern können, aus einem spontanen Denken heraus und dann ergeben sich wie hier im Schreiben plötzlich andere Erkenntnisse die ich dann einarbeite.

Die Entscheidung; Ja oder Nein zur Organspende ist und bleibt immer das Ergebnis der eigenen Mischung aus Werte Moral Ethik. Welcher Religion, welche politischen Ausrichtung, welchem Geschlecht ich angehöre ist dabei im besten Fall, minimal anteilig an meiner Entscheidungsfindung dafür oder dagegen.
Ich selbst war über viele Jahre Blutspender mit und ohne Entlohnung, Ich war eingetragen als Rückenmarksspender. Ich war niemals und werde es wohl auch nie sein Organspender. Ich werde vermutlich und hoffentlich nie in die Situation kommen, das mein weiter leben von der Organspende eines Verstorbenen abhängt. Wer weiß? Vielleicht denk ich ja dann anders, Doch so wie ich mich kenne glaub ich nicht dass ich dem zustimme.

Glaubensbezug: Ja ich habe dazu auch einen Glaubensbezug. Doch der Bezug gilt allein und ganz ausschließlich für mich und ist zu keinem Zeitpunkt oder Umstand zu verallgemeinern. 

Moralbezug: Ja ich kann meinen Entscheid mit MEINER Moral und ebenso MEINER Ethik problemlos vereinbaren. Mir käme auch nie in den Sinn eine mir gegenläufige Entscheidung jemand anderes für sein Leben dessen Glauben, Ethik und Moral in Zweifel zu ziehen. Sollte er dies aber für jedermann also für allgemeingültig behaupten dann zweifle ich seine Moral schon eher, nein sogar ganz bestimmt an.

Einige der Kommentare zur Umfrage waren durchaus grenzwertig und hatten leicht dogmatische Ansätze, Insgesamt aber fand ich die Beiträge durchaus fruchtbar. Und eine spannende Umfrage die nächstes Mal in seinen Antwortoptionen besser sortiert ist.