Montag, 22. Dezember 2008

Die Bahai

Eine recht junge Religion, oder besser ein Gottesverständnis denn eine Religion die einerseits mit allen, andererseits mit keiner Religion kompatibel ist.

Als Angehöriger eines komplexen Glaubens fällt einem eine scheinbare Ähnlichkeit zur Esoterik auf. Doch diese ist eben nur scheinbar. In Wahrheit haben beide nichts miteinander zu tun. Der Glaube der Bahai versteht sich als Update des jeweils Göttlichen ausgehend wohl vom Gott des Alten Testaments. So sieht lt. Pressebericht der oder die Bahai das Christentum als Update des jüdischen Glaubens und den Islam als Update des Christentums. Dies würde ja in gewisser Weise dem Christentum entsprechen im Bezug auf das Judentum und auch wieder dem Islam im Bezug auf das Christentum und eben den Bahai im Bezug auf den Islam. Und auch dem ganz anders gearteten Gottesverständnis des Heidentums, insbesondere des Neopaganismus ist dieser Gedanke nicht völlig abwegig. Jedoch die jeweiligen Anhänger des Judentums, des Christentums, des Islam behaupten von sich die ultimative Wahrheit zu besitzen und in den letzten beiden Fällen zu verkünden (Missionierung).

Die Bahai wirken wie ein modernernisierter und gemäßigter Islam mit Esoterischen Komponenten. Doch der Eindruck täuscht. Zu konsequent zu wichtig scheinen die Rituale innerhalb der Bahai in ihrer Bedeutung zu sein als das dies einen Esoteriker nicht verschrecken würde mit deren Gutmensch-Theorien.

Nach meinem Verständnis sehen sich die Bahai als Gläubige des einen Gottes der seine Ansprüche an die Menschen zwar erhebt, diese aber der jeweiligen Verständnisebene der Menschen anpasst. Und das widerspricht allen Gottesvorstellungen mehr oder minder komplexer Religionen.

Die Juden halten ihren Gott natürlich für unveränderlich und erwarten den Messias noch der dann zwar das Judentum reformiert im Sinne die alten Werte erneuert aber nicht demontiert

Die Christen gehen zwar von der Unveränderlichkeit desselben Gottes aus doch suchen sie die Ungereimtheiten zwischen dem Rachegott des AT und dem Gott der Liebe der "Selbstopferung" unter anderem damit zu erklären das eben die 10 Gebote des Moses mit ihren teilweise archaischen Auslegungen für die Menschen damals eine hohe Stufe der Weiterentwicklung bedeutete so wie die Liebe Jesu für die Moderne, für uns. Und die Liebe sei ja die Erfüllung des Gesetzes. Zwar gibt es kein Gesetz dem die Liebe unterworfen ist oder das sie als Grundlage braucht aber so wird es halt versucht den Gott des AT dem Gottesbild des NT an zu passen.

Ähnlich argumentieren die Muslime wenn sie zu verdeutlichen suchen das eben Jesus nicht der Sohn Gottes sei, sondern ein Prophet wie auch schon andere und eben Mohamed sei der nun letzte Prophet.

Und dann eben die Bahai die aber soweit ich weis nicht völlig ausschließen das irgendwann ein weiteres Update erfolgen könnte.

Ich glaube nicht das, welcher Gott auch immer ein und derselbe ist und das dieser eben seine Anforderungen an die Menschen alle 500 - 1000 Jahre updaten muss.

Zum einen glaube ich an eine Vielzahl von Göttern zum anderen glaube ich abhängig von meinem Gottesverständnis aber auch unabhängig davon das die Götter nicht auf die Menschen angewiesen sind wie Junkies auf den nächsten Schuss. Es gab die Götter lange vor den Menschen und würden die Menschen heute alle sterben und ihre Seelen nicht zu den Göttern sondern ins Nirwana des Buddhismus einfließen. würden die Götter deswegen auch nicht sterben.

Ein Gott der sich genötigt sieht seine Weisungen, so er sie denn den Menschen verkündet, stets zu updaten und den Menschen anzupassen der ist ein ganz armer Kerl den er macht sich selbst zum Abhängigen der Spezies Mensch. Von daher ist für mich der Glaube der Bahai nicht nach vollziehbar. Allerdings habe ich lieber einen Bahai um mich als einen radikalen Anhänger einer missionarisch ausgerichteten Religion. oder einen Gutmensch-Esoteriker.

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