Donnerstag, 15. Februar 2007

Glauben und Politik

Erstmal vorab: "ich bin der Ansicht das jeder Mensch unabhängig welchen Glaubens, sei er nun Atheist, Buddhist, Christ, Esoteriker, Heide, Hindu, Jude, Moslem, oder glaubt Gott sei ein Elefant, was auch immer, selbst die Verantwortung für sein politisches Handeln trägt.

Wenn er oder sie, dieses Handeln auf der Grundlage seines Glaubens stellt, ist trotzdem er selbst verantwortlich zu machen und nicht sein Gott. Denn es wird immer Leute des selben Glaubens geben die politisch völlig andere Sichtweisen vertreten, die sie auch auf die Grundlage ihres Glaubens zu stellen vermögen. Soviel vorweg!

In unserer Welt existieren etliche Varianten von eigentlich nur zwei Systemen
  1. pluralistischen Demokratie
  2. Totalitäre Hierarchien.

Die Grenzen sind dabei durchaus schwimmend.

Ob nun parlamentarische Demokratie, konstitutionelle Monarchien, Kommunistische Volksrepubliken, Faschistische oder Religiöse Gewaltherrscher. Im Prinzip läuft es immer auf diese zwei Systeme hinaus.


Der "Gottesstaat" als Ideal
Ein "Gottesstaat" ist im Prinzip ein Widerspruch in sich selbst. Sei er nun Islamisch, Christlich, Buddhistisch, Heidnisch, Hindu, oder was auch immer. Allerdings spricht man im allgemeinen nur von den Buchreligionen wenn man von sog. Gottesstaaten spricht. Was soll das eigentlich sein, so ein Gottesstaat?

Bei den meisten Menschen löst der begriff "Gottesstaat" eher ein Gefühl des Unbehagens, denn freudige Hoffnung aus. Vordergründig mag das an Menschen wie Ajatollah Khomeni liegen. Der einst aus der Monarchie Persien die Islamische Republik Iran machte, Ein Staat, der nach seinem Dafür halten und dem seiner Anhänger ein Staat auf den Grundlagen des Koran darstellte. Eben einen Gottesstaat.

Aus der Christlichen Ecke gibt es ähnliche Bestrebungen. Die Fundamentalistischen Christen, vorzugsweise aus den USA auch als Taliban-Christen oder Klerikalfaschisten bezeichnet streben vergleichbares an. So gibt es bereits Gemeinden und kleinere Städte im mittleren Westen der USA die regelrecht gezielte Diskriminierungen ja sogar vor Einschüchterungsversuchen bis hin zu seltenen aber vorgekommenen Gewaltanwendungen nicht zurück schrecken um Andersgläubige, oder eben Unangepasste entweder auf Linie zu bringen oder zu vertreiben. Solche Dinge legen die Vermutung nahe das eben ein Gottesstaat nicht gerade das Ideal ist menschlichen Zusammenlebens.

Ist die jeweilige Religion, und das sind nun mal die beiden größten Islam und Christentum in seiner Lehre absolut. (Er, Gott respektive Allah, ist der einzige Gott) dann duldet auch ein solcher Gottesstaat natürlich keine andere Form des Glaubens er wird also zu einem Absolutistischen Staat. Das liegt einfach in der Natur derer die einen solchen Staat propagieren.
Die freiheitliche Demokratie der Vielfalt als Staatsform von Nationalstaaten bis kontinentale Unionsstaaten durchaus auch auf den Glauben begründet.

Die pluralistischen, föderativen, Demokratien, die Staaten Europas, Nordamerikas, Teile Süd- und Mittelamerikas, Teile Afrikas und Asiens beruhen ebenso wie die Grundlagen der UNO auf allg. Werten der Völkergemeinschaft. Was bedeutet hier ist ein Arrangement verschiedener Ideale und Wertesysteme die auch, und sogar größtenteils auf Glaubenswerte beruht.

Der Grundgedanke der einst in der französischen Revolution Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Als Abkehr von der herrschenden totalitären Monarchie ist so eine Zusammenfassung die sich später, meist weniger und in späteren Jahrzehnten teilweise gar nicht mehr blutig. (Russische Revolution unter Gorbatschow) immer weiter verbreitete. Die eben heute seinen vorläufigen Gipfel in den interkontinentalen Organisationen sich wider spiegelt. Alle die propagierten und Inhaltlichen Werte, was nicht immer identisch sein mag, finden ihre Grundlage irgendwie immer in diesen drei Werten der französischen Revolution. Die damals aber auch nicht neu waren, sondern nur erstmalig wirklich erfolgreich.

Viele der Initiatoren solcher Wertbesinnungen, Werte - Raum – Schaffende, berufen sich auf ihren Glauben. Und das sind Menschen völlig unterschiedlichsten Glaubens. Von Atheisten über Katholiken über Shintoisten bis zu Zeugen Jehovas. Auch wenn sie die Werte unterschiedlich deuten benennen tun sie dieselben. Aber ebenso ihre radikalen Glaubensgenossen berufen sich auf eben ihren Glauben als Rechtfertigung von Überzeugungen und Taten die der "Normalbürger" nicht nach zu vollziehen vermag.

Ich kann natürlich daher gehen und behaupten, ich führe ein Gott gefälliges Leben, mein leben ist diesem oder jenem Gott geweiht, usw. usw. usw. Darum ist auch meine politische Ansicht Gott gefällig. Tja, da wären wir wieder beim Gottesstaat. Und bei aller Meinungsfreiheit, Toleranz, Fairness oder welcher begriff hier angebracht sein mag. Da gibt es keine Diskussion mehr. Da gibt es nur eines "Ordentlich wat uffe Schnüss" Aber das ist nur meine persönliche Meinung und keine Aufforderung. Denn mein Wertesystem lässt das durchaus zu.

Aber genug der Weltpolitik, Internationaler Organisationen und Zusammenhänge. "Bleibe im Lande und nähre dich redlich" Bleiben wir also im Lande und überdenken unseren Staat.

Glauben und Politik in unseren Gefilden. Das Grundgesetz findet seine Wurzeln wo? In der Bibel, respektive in der Auslegung der Bibel durch eben die Christliche Historie im Raum der heutigen BRD sowie mit Einfluss regionaler und überregionaler Ereignisse und Geschichte des Deutschen Reiches. Natürlich ist dies nur im Kontext sichtbar denn Deutschland ist ja kein Gottesstaat, aber es ist durchaus sichtbar. Allerdings eben in der Form wie die christlichen Grundlagen vor 50 Jahren gedeutet wurden. Und unter Einbeziehung möglichst vieler halbwegs kompatibler Varianten.

Doch bevor ich mich jetzt verrenne in die Feinheiten und Variablen von Bundepolitischen Prozessen und der inhaltlichen Entstehung des GG will ich zum Thema zurückkehren.

In einem sind Glauben und Politik eins, sie streben nach höherem besserem. Das aber ist nur der Idealfall und doch ist's auch im Negativen gleich. Viele bedienen sich des Glaubens und noch mehr der Politik einzig und allein ihr bestreben nach Macht zu befriedigen (sexuell, finanziell, Individuell). Aber auch das ist nicht Thema. Aber welche Motivationen treibt einen Menschen politisch etwas erreichen zu wollen? Sein "Ideal einer besseren Welt" Worauf begründet sich das? Weil er an die Möglichkeit einer besseren Welt glaubt. Sind nun alle Politiker, nein.. alle politisch tätigen Menschen Eigeninteressen-Vertreter oder idealisierte Weltverbesserer? Sicher nicht obwohl auch diese eben vorkommen ist es bei... so hoffe ich, aber bezweifle ich ... den meisten eine Kombination aus Eigeninteresse – Vorstellung eines Ideals – Der Wille aktiv etwas auf diesem Wege zu tun. Und was ist die Grundlage solcher Menschen? Natürlich das woran sie Glauben.... In allen Parteien gab es zu allen Zeiten diverse Anhänger unterschiedlichster Glaubensrichtungen.... bei den Nazis gab es Christen und Heiden, <- beides sehr minimal. Es gab Esoteriker, Atheisten und was weiß ich noch alles. Genau das gab es auch bei den Kommunisten. Sollte es bei den demokratischen Parteien anders sein?

Nein, sicher nicht. Es gibt Atheisten, Buddhisten, Christen, Heiden, Moslems bei der FDP,SPD,CDU den Grünen... gut.. bei den kleineren Parteien insbesondere Sparten-Parteien wird das anders aussehen. Den in der Partei Bibeltreuer Christen werden sich kaum Heiden oder Moslems oder Atheisten finden. und in der Dt. Sex Partei wohl keine Baptisten, ja ja unmöglich ist garnix.

Es ist also offensichtlich. Der Glaube bestimmt nicht die politische Richtung, Er bestimmt nicht die Parteizugehörigkeit. Er ist allenfalls ein Richtpfeiler meiner Art wie ich meine polit. Ziele zu verwirklichen suche. Eben die Grundlage meines Wertesystems. In einem früheren Artikel erwähnte ich mal sinngemäß. Der Glaube ist eine persönliche Sache zwischen mir und meinen Göttern, die Religion ist die Organisation des Glaubens in Gemeinschaftsrichtlinien. Hier sehe ich das ganz genau so. Der Glaube ist die Grundlage meines Wesens, die Politik die ich propagiere dient der möglichen Gesellschaftlichen Reglementierung. Sprüche wie Politik ist ein Hure usw. bedarf keiner weiteren Erwähnung da sie erstens jeder kennt und zweitens wie alle Metaphern hinkt auch diese

Übrigens ich selbst rechne mich den Asatru zu und bin als solcher heidnischen Glaubens. Politisch bin ich Anarchist. Nein kein Bombenleger nicht mal ein Sympathisant, Ich bin nur auf der Grundlage meines Glaubens gegen jede Form staatlicher Bevormundung. Und ich weiß mit Sicherheit das es Atheisten, Buddhisten und Christen gibt die das ebenso sehen.

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