Donnerstag, 22. Februar 2007

Die Sinnlosigkeit es Glaubens

Immer wieder mal kommt man mit Atheisten ins Gespräch. Ich meine jetzt nicht jene die mal eben den "üblichen" Bibelgott ablehnen weil der Glaube den "sexuelle Ausschweifungen", " den "täglichen kleinen Lügen und Selbstlügen", den "Bequemlichkeiten des Lebens" widerspricht, sondern jenen die eben an einen, aus ihrer Sicht begründeten Atheismus "glauben".

Immer, wenn ich diese Aussage vernehme: "Ich bin Atheist" meist wird sie mit demselben Stolz skandiert wie: "Ich bin Christ", "Ich bin Heide", "Ich bin Buddhist", "Ich bin" ... was auch immer. Immer dann ist mein erster Gedanke: Oh, das tut mir leid! Nicht, weil ich einen Atheisten für krank halte, oder für dumm oder sonstwie benachteiligt im Bezug auf körperliche oder intellektuelle Fähigkeiten. Nein, sondern dieser Gedanke des Mitleids ergibt sich aus einem anderen Gedanken. Ein Mensch ohne Glauben ß Glauben im spirituellen/religiösen Sinne muss ein sehr armer Mensch sein ohne Grundlage für irgendwelche Werte. Das ist natürlich Humbug. Aber doch baut sich dieser Gedanke jedesmal auf.

Der (aktiv)Gläubige Mensch baut seine Werte Ideale Ziele auf der Grundlage seines Glaubens. Der (passiv)Gläubige, ß Menschen die in einem Glauben erzogen wurden ihn aktiv aber nicht ausüben, baut diese ebenso auf einer Glaubensgrundlage auf. Die, die ihm anerzogen wurde.

Was macht nun der Atheist? Ist er ohne jede Moral? Ohne jedes Wertesystem? Ist denn, wenn es keine Götter gibt alles nur Gelaber? Moral Ethik Sitte Anstand ja selbst Gerechtigkeit, ist Ordnung und Gesetz alles für die Katz? Wenn dem so wäre, dann müssten alle Atheisten ja selbstgerechte gewissenlose Menschen sein bar jeder Grenze der oben genannten Werte. Tatsache jedoch ist das es mehr böse und ruchlose Taten gab im Namen diverser Glauben und Götter

Als von bekennenden Atheisten. Wer also die Existenz, das Vorhandensein aller Gottesformen ablehnt ist nicht automatisch unmoralisch gewissenlos und was weis ich noch.

Nur warum ist das nicht so? Wenn ich doch glauben ich werde geboren und nach etwa 75 Jahren sterbe ich. Davor war nichts Danach wird nichts sein. Warum versuche ich dann nicht mit allen Mitteln zulässigen und unzulässigen das bestmöglichste Ergebnis für mich rauszuholen? Wenn es kein Danach gibt dann gibt es auch keine Belohnung oder Strafe keine Rechtfertigung in welcher Form auch immer. Und müssten, wenn es ans Sterben geht nicht alle Atheisten schreien und wehklagen? Denn für sie ist ja nach ihrwer Überzeugung Schluss, Aus, Vorbei.

In Ausnahmefällen mag es sich so tatsächlich zutragen. Aber es ist bei weitem nicht die Regel. Man könnte nun meinen. Sie, die Atheisten, haben sich mit dieser Konsequenz abgefunden, kapituliert. Aber nein. Beinahe alle Atheisten haben feste moralische Werte, Gewissensentscheidungen, ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein. Ja es gibt sogar fanatische Kämpfer und Streiter für den Atheismus wider jedweden Glaubens.

Einige der Religionen haben ihre Zielsetzung allein im "Überirdischen" das hat der Atheist nun sicher nicht. Und doch zeigt er Wertschätzungen für Dinge die vor seiner Geburt lagen und auch nach seinem Ableben weiter vorhanden sein werden.

In meinem Glauben gibt es auch ein Danach aber auch ein Hier und jetzt und ein Davor. Und ich weis mich auch mite einigen Atheisten gemein in der Fragestellung...

Nicht was nehme ich mit aus diesem Leben. Sondern was lasse ich hier in diesem Leben?

Selig ist, der sich erwirbt
Lob und guten Leumund.
Unser Eigentum ist doch ungewiss
In des andern Brust.
Havamal 8

Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
Welcher sich guten gewann.
Havamal 75

Die Vorstellung, die Überlegung, war mein Leben Gott gefällig? Die ficht mich nicht an. Jedoch hab ich nach bestem Wissen und Gewissen gelebt? Mein Leben nicht weggeworfen? Was bleibt? Das ist die Frage die mich weit, weit mehr bewegt.

Und genau das, ist es auch was so den einen oder anderen Atheisten bewegt seine Moral, seine Werte zu leben... Sein Erbe, seine Spuren zu hinterlassen. Das mag sicher nicht für alle gelten aber doch für einige unter den Atheisten.

Woher nimmt der Atheist nun diese Werte?

Naja, etwas übertrieben könnte man sagen da wird der Atheist zum Glaubensschmarotzer ß Scherz. Er bildet seine Werte nach den Gesellschaftlich gewachsenen Werten seiner Umwelt und... seinem Glauben an die Nicht-Existenz des Göttlichen. Denn auch der Atheismus ist ja ein Glaube denn zwar sind die Götter nicht beweisbar aber eben auch nicht das Gegenteil.

Warum also denke ich jedesmal, wenn mir einer versichert er sei Atheist: "Oh, das tut mir Leid!"? Einzig und Allein weil der Atheist gezwungen ist wenn er auf eine Zukunft hofft, nicht für sich, sondern für die Menschheit und deren fortbestehen, er einzig und allein auf sein Vertrauen in die Menschheit angewiesen ist. Ich hingegen habe noch Hoffnung auf ein Danach Einen Glauben der mir mehr gibt als "nur" die Gemeinschaft der Menschen, der mir Gemeinschaft gibt mit den Göttern. Der Glaube ist also alles andere als sinnlos. Wo er mir doch soviel mehr gibt was dem Atheisten nicht gegeben ist. Und da soll er mir nicht Leid tun?

Es wird einem Gläubigen, einem (aktiv)Gläubigen Menschen, wohl ewig verschlossen bleiben wie ein Atheist das alles empfindet. Ebenso wird wohl ein Atheist nicht wirklich nachvollziehen können was es bedeutet einen Glauben zu haben.

In meiner Vorstellung werde ich wohl Atheismus immer als große Einsamkeit sehen.

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