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Dienstag, 26. September 2006

Mein Glaube

Mein Glaube (Vorab) Wie komme ich denn nun dazu, so als Heide, mich Ordensbruder zu nennen. So etwas verwirrt doch jeden anständigen Christenmenschen und ist dazu noch gelogen.
Ochhhhhhhhhhh das tut mir jetzt aber leid, das wollte ich nicht... Denkste, genau das ist beabsichtigt zumindest zu einem gewissen Teil.

Die Assoziation ein Ordensbruder müsse ein Mönch christlichen Glaubens sein ist entweder unglaublich arrogant oder selten dusselig oder einfach nur ignorant eventuell auch alle Drei. Ordensbruder bedeutet die Mitglieder einer nicht-priesterlichen Ordensgemeinschaft. Orden gibt es außer im Christentum auch in der buddhistischen, hinduistischen und islamischen Religion. Die Spiritualität und Motivation sowie das konkrete Leben der Mönche ist jedoch in den verschiedenen Religionen sehr unterschiedlich. So nach den Ausführungen bei Wikipedia. Aber auch die alten Religionen kannten vergleichbares das Druidentum der Kelten die Leibpriester der Pharaonen, waren vergleichbare Gruppen.

Ich selbst gehöre keiner gefügten Organisation an verstehe mich aber als Glaubensbruder aller Menschen die ihren heidnischen Glauben leben. Im besonderen, nach der nordischen ORDnung unabhängig wie sie das im einzelnen tun. Deswegen nenne ich mich ORDensbruder. Wenn jemand nun falsch assoziiert statt zu fragen ist das eher sein Problem der Vorurteile als meines der angenommenen falschen Vorspiegelung.

Mein Glaube ( Asatru) In der heutigen Welt alles einer Definition unterwerfen zu "müssen" werden auch Glauben, Religionen, Philosophische Betrachtungen polit. Weltanschauungen genauestens definiert. Nun gut .... dann wollen wir mal definieren.

Asatru: nach Wikipedia - Ásatrú ist ein altnordischer/isländischer Neologismus bestehend aus ’’ása’’, dem Genitiv von altnordisch ’’áss’’ (Ase...Gott) und ’’trú’’ (Glaube oder Treue). So bezeichnet die Ásatrú ("Asentreue") den Glauben an, die Treue zu oder das Vertrauen in die heidnischen germanischen Götter, die Asen und Wanen.

Das ist eine sehr neutrale von Unbeteiligten betrachtete Ausführung, nicht Falsch jedoch ohne Rücksichtnahme auf die Inhalte. Asatru bedeutet für mich Glaube und Vertrauen in ein Gottesverständnis das fühlbar ist das mich anspricht das meinem Wesen verwandt ist.

Mein Glaube ( Der Weg dahin I) Etwa mit 22/23 kristallisierte sich eine Frage heraus aus der Summe meiner jugendlichen Erfahrungswerte ... "Ist denn da sonst nichts?" ... Es war nicht die Frage nach Gott, Kirche, Leben nach dem Tod usw. Nein viel banaler. Einfach die Frage ist denn da sonst nichts ... ausser Weiber Saufen Spaß haben. Ich war viel zu jung, zu wild um zu fragen was kommt danach. Oder zu Fragen was war davor was kommt danach? Ich wusste auch gar nicht wo ich anfangen sollte. Hatte keine Vorstellungen ob und wo Antworten zu finden wären. Ich verfolgte diese Frage auch nicht intensiv. War nicht erpicht nun unbedingt so schnell wie möglich Antworten zu finden. Aber die Frage war da, zwar meist unterschwellig aber eben da.

Dann eines Tages wurde ich durch einen Arbeitsunfall dazu verdammt sechs Wochen an Krücken zu laufen. Also Zeit ohne Ende ohne sich groß bewegen zu können. Was also tun? Ich erinnerte mich als Jugendlicher Götter und Heldensagen der Germanen, Griechen und Römer regelrecht verschlungen zu haben. Und genau hier setzte ich also wieder an. Ich besorgte mir die gleichen Bücher die ich als Kind im Alter von 12 Jahren gelesen hatte. Tauchte ein in die Welt meiner Kinderträume in der ich mich so wohl gefühlt hatte die aber sich im Laufe des jungen Erwachsen Werdens (das Interesse für Mädchen kam dazwischen) verloren ging. Ich fing also wieder an diese Büchwer voller Spannung und Abenteuer zu lesen. Durch diese Sagen und Legenden die eine Zeit, eine Welt widerspiegelten die heute für uns nahezu unvorstellbar sind wurde mein Interesse für Geschichte geweckt. Den ich laß die Bücher zwar immer noch mit Spannung aber doch auch mit ein wenig Allgemeinbildung hatte ich den ein oder anderen Namen oder Orte im Geschichtsunterricht aber auch in den Sandalenfilmen der frühen 70er Jahre gesehen. Ich ging also über in Bücher über Geschichte zu lesen Weltgeschichte Ur-Geschichte bis zurück wo nach der Evolutionstheorie noch keine Menschen waren. Inzwischen konnte ich längst wieder laufen. Verzichtete dann statt dessen auf diverse Discobesuche. So zog mein wachsendes Interesse seine Kreise. Von den Legenden alter Völker über die Geschichte bis hin zur Erdgeschichtlichen Entwicklung dann weiter über die Biologie zur Physik und Astronomie. Dann irgendwie verlor ich das Interesse am wissenschaftlichen Aspekt und wand mich dem Sience Fiction zu. Hier endete der erste Schritt auf dem Weg zu ....ist denn da sonst nichts?....

Mein Glaube ( der Weg dahin II) Durch das Interesse an SF-Geschichten las ich Bücher von Assimov, E. E. Smith, und vielen anderen, zwischen Perry Rhodans Groschenromane und den Startreck- und Starwarsfilmen. Viele dieser Bücher, Filme und TV- Serien hatten mal mehr mal weniger Unterschwellige Botschaften die eine bestimmte Religion, bestimmte Philosophie, oder auch bestimmte Glaubensinhalte favorisierte. Am offensichtlichsten in der TV-Serie Enterprise Next Generation. Ausgelöst dadurch beschäftigte ich mich wieder mit Büchern und Lehren der Philosophie ... inzwischen war ich 28 jahre der Religionen und Weltanschuungen. Sah mich um in politischen Weltanschuungen von der extremen Linken bis zur extremen Rechten, von Plato bis Nitzsche. Ich las die Bibel, den Koran, und die Bagdavadgita. Die Frage war nicht mehr ... ist denn da sonst nichts?... die Frage änderte sich in ... was ist da sonst noch? ....

Die Jahre vergingen ich wurde 30 dann 35.... Es fing an sich eine Sehnsucht zu bilden, eine Sehnsucht nach Intensität nach Tiefe nach einer Bewusstwerdung, Eine Bewusstwerdung die über das "Normale" sich seiner bewusst sein hinausging. Mag sein eine Suche nach Spiritualität. Ich erlebt in den Jahren 23-35 viele Leute, Christen aller Ausrichtungen von Sonntagschristen, Frömmlern, Allerweltschristen bis hin zu Charismatikern und den sog. Taliban-Christen die sich als eine Art Gotteskrieger sehen deren prominentestes Mitglied m.E. George Bush ist. Auch Moslems Suniten Schiiten und auch dem Djihad Nahestehende lernte ich kennen. Hare Krishna Anhänger, Buddhisten verschiedenster Ausrichtung einige Hindi und zu guter letzt auch einige Esoteriker deren Vorstellungen sich über Reki und andere Philosophien ethablieren zu suchten. Nicht alle fanden mein intensivstes Interesse. War ja auch nicht alles gleichermassen umfangreich Verfügbar respektive leicht erhaltbar.

Ich war etwa 38 als sich mein Meinungsbild endlich wirklich anfing zu formen aus der Menge des Erfahrenen ein paar Antworten für mich zu bilden begann. Aber die neueste Frage, Was ist da sonst noch? .... nein ... was ist das richtige? Was ist dein Weg? Die war offen. Ich war fast 40 und hatte eine neue Frage? Was ist der Sinn deines Lebens? Hatte immer noch keine befriedigende Antwort.

Ist denn da sonst nichts? – Was ist da sonst noch? – Was ist mein Weg? – Was ist der Sinn des/meines Lebens?

Aus der sich entwickelnden unterschwelligen ungefähren Frage war ein starke Sehnsucht geworden. Nicht zuletzt auch durch das Ableben meiner Mutter. Eine zeitweilige Ablenkung erfuhr ich durch eine mehr körperliche Intensität die ich so zuvor nicht erlebt hatte. Indem ich einige Jahre sehr intensiv und tief in die Welt des BDSM eintauchte. Die ich aber wieder zurück schraubte nach etlichen Jahren weil das eben auch sehr Kostenintensiv war. Die Sehnsucht war zwar durch die emotionelle Intensität gemildert und beruhigt aber nicht gelöst.

Mein Glaube (der Weg dahin III) Ich begann dann einen völlig unspektakulären Weg einzuschlagen. Ich hörte einfach auf zu suchen. Ich hatte vollständig losgelassen. Meine Ehe und die Schwierigkeiten auf dem Weg dahin beanspruchten mich intensiv. Ich hatte keine Zeit mehr mich damit intensiv auseinander zu setzen. Sicher, hier und da hatte ich immer noch Gespräche über das eine und andere Thema in denen ich auch meine Meinung vertrat die sich irgendwie im Laufe der Jahre bildete aus der menge es Gelesenen Erfahrenen Erlebten. Es waren wie ich nicht bewusst aber doch unterbewusst merkte recht viele sichere Standpunkte die ich da vertrat. Dann irgendwann merkte ich die Ansichten die ich vertrat waren mir schon begegnet .... die machten ein Gesamtbild. Inzwischen besaß ich ja auch Internet und fing an nachzuforschen.

Tja, und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich stellte fest alles was ich vertrat, meine Auffassung von Recht von Gut und Böse meine Ideale meine Meinung Ansichten Auffassungen fanden sich nicht nur tendenziell, nein auch zum Teil ganz konkret im nordischen alten Glauben wieder.

Ich war ohne das ich es wirklich merkte zum Asatru geworden. Ich war am Ziel. Meine Fragen fanden ihre Antworten. Heil den Göttern ich war endlich Zuhause

Sicher, nicht alle Fragen waren sofort beantwortet. Nicht das ich nun die vollkommene perfekte Erkenntnis aller Dinge, die ultimative Wahrheit, das Wissen aller Welt besaß. Doch mein ganzes Weltbild. Ideologisch, Emotionell, Intellektuell passte in das Weltbild des Asatru, des nordisch/heidnischen.

Mein Glaube ( Inhalte I)
Auch die wesentlich älteren Religionen aus vorchristlicher Zeit sind, für die meisten Menschen überraschend, von einer umfangreichen Komplexität. Ob die Religionen Ägyptens, Persiens, Ostasiens Nordeuropas der verschiedenen Religionen Amerikas Afrikas oder in Australien. Sie kennen fast alle eine Schöpfungsgeschichte, Geschichten von Gut und Böse, und auch von einer Apocalypse, Amageddon oder eben Ragnaroek. Unterscheidungen kennen sie in Anzahl, Namen, Wesensart, ihrer Götter. In der Art und Weise der diversen Schöpfungsgeschichten. Auch in Gesetzen und Wegen in ein "höheres" Leben nach dem irdischen Ableben. Aber ich kann und will nicht alle Religionen dieser Welt in einen Wertevergleich ziehen. Denn den Glauben, die Religionen der Welt in einen Wertevergleich zu ziehen zeugt doch von Unsicherheit im eigenen Glauben des eigenen Wertschätzung.

Es gibt, wie bei vielen der alte Religionen, so mancherlei Theorien über die Herkunft, die Grundlagen, die Entstehung dieser Religionen. Angefangen von ..... "das sind alles billige Kopien des einzig wahren Gottes, im laufe der Jahrtausende entstanden".... über .... "Die Religionen entstanden aus den Erzählungen der Menschen der Jungsteinzeit Abends an den Feuern." .... bis hin zu .... Erich Dänikens ... "Die Götter waren Besucher anderer Welten die aufgrund ihres technischen Vorsprungs zu Göttern erklärt wurden. (Stargate lässt grüßen). Das aber der Glaube die Religion die Götter das sind, was sind nämlich Götter das zu behaupten ist natürlich keine Option der diversen Erklärungsfinder. Aber nun gut, damit sollen sich die auseinandersetzen, die ihren Glauben unbedingt beweisen müssen.

Mein Glaube (Inhalte II)
Ich bin noch Meilen entfernt von einer Auflistung und detaillierten Ausführung welcher Gott im einzelnen wofür angerufen wird. Welcher Gott mit wem welchen Gott zeugte. Welchem Gott wann wie in welcher Form ein Opfer zu bringen ist. Wie genau das Göttergeschlecht entstanden ist. Sprich, eben eine Fachwissenschaftliche Dissertation mit Quellenangaben ect. Zu erstellen. Das soll hier auch nicht Sinn und Aufgabe sein. Hier soll nur ein Überblick meines Glaubens gerade für Einsteiger in diese Thematik gelegt werden. Ein Glaubensbekenntnis.

Grundlegende Pfeiler des Asatru-Glaubens sind wie in allen anderen heidnischen Religionen die Achtung vor den Göttern und der Natur. Wie das im einzelnen praktiziert wird mag unterschiedlich gehandhabt werden. Im Gegensatz zu den Anhängern der Buchreligionen Christentum, Islam und Judentum ist im Asatru nicht das Ziel ein Gott gefälliges Leben zu führen. Gleichbedeutend mit dem befolgen bestimmter göttlicher Weisungen wann wie zu beten ist wie welche Regularien zu befolgen sind. Und ob man seinen Gott auch recht gefürchtet hat. Diese Dinge sind dem Asatru vollkommen fremd.

Im Asatru sind die Menschen den Göttern wenn auch nicht gleichartig und an Macht nicht mal im Ansatz vergleichbar. Aber doch gleichwertig. Der Mensch ist kein Sklave der Götter, er rutscht nicht auf Knien. Nennt sich selbst nicht schlecht und sündig wie es anderswo zum Ausdruck kommt. Es ist statt dessen ein Miteinander in der Wechselwirkung. Nicht ein .... wie du willst so soll es geschehen ... sich unterwerfen. Es ist ein Geben und Nehmen.

Es ist nach dem Glauben der Asatru wichtig für Sich und sein Tun ein zu stehen und nicht lethargisch zu warten bis die Götter sich bequemen Weisungen zu erteilen. Wenn dann tun sie das eh, ob wir darauf warten oder nicht, denn sie sind Götter. Das Verhältnis Götter/Menschen ist im Asatru ein Miteinander nicht ein Delegieren von oben nach unten. Wir erreichen ja auch nicht unseren Himmel durch Beten und Gottesfurcht sondern für ein anständiges aufrechtes Leben für die Sippe und die Unseren allgemein.

Begriffe wie Wahrhaftigkeit, Ehre, Opferbereitschaft, Treue, Liebe, Recht, Gerechtigkeit und viele andere haben im Asatru eine völlig andere Bedeutung als im Christentum oder sonst einer der "gängigen" Religionen. Ein völlig anderes Wertesystem. Teilweise so anders geartet das ein Vergleich untereinander nicht einmal möglich ist.

Angefangen bei Fragestellungen wie .... Warum lässt Gott das zu? ... Welchen Plan hat Gott für mein Leben? ... über die Unterscheidungen der oben genannten Begriffe ... bis hin zu den Wertigkeiten im alltäglichen wie im Besonderen. Damit meine ich unter anderem die Zielsetzung. Wie ich an anderer Stelle mal anführte.

Wer in all‘ seinem Bestreben all‘ seine Ziele in ein Leben nach dem Tode setzt. Der ist der Fülle des irdischen Lebens nicht wert.

1 Kommentar:

Herr MiM hat gesagt…

Die Frage nach dem Sinn, dem Leben und einfach allem wird im "Per Anhalter durch die Galaxis" vortrefflich beantwortet.