Philosoph Ansgar Beckermann: „Es gibt nur eine Wahrheit“ – nicht viele
Dieser Aussage allein genommen, ohne weitere Vertiefung, stimme ich vorbehaltlos zu… doch gibt es eben Vertiefungen und Betrachtungen dazu die sich verzweigen und unterscheiden. Ja, bis hin zu einem Widerspruch trotz desselben Ergebnisses!
Meine erste persönliche Erweiterung ist „Es gibt nur eine Wahrheit“ – aber viele verschiedene Sichtweisen auf die Wahrheit.
Der Philosoph verteidigt den klassischen Wissensbegriff gegen moderne Relativierung. Religiöser Glaube setzt eine transzendente Welt voraus.
Auch hier kann ich vorbehaltlos zustimmen. Der Glaube ist auch für viele, unabhängig davon an welche Götter, eine Grundlage, eine Feste gegen die Relativierung von einfach allen Werten, sein diese nun ideologisch/politisch oder religiös/philosophisch.
Und was zeichnet für Sie religiöses Glauben aus?
Ich vertrete die Auffassung, dass Religionen in der Regel Überzeugungen enthalten, die sich auf eine die empirische Welt transzendierende Sphäre beziehen – auf übernatürliche Wesen oder Kräfte. Manche würden das bestreiten, aber wenn man sich die existierenden Religionen anschaut, dann findet man dieses Moment praktisch überall. Religion setzt fast immer voraus, dass es neben der natürlichen Welt eine andere, nicht-natürliche gibt.
Ich glaube und denke hier liegt ein irriges Begriffsverständnis vor. Meines Erachtens bedeutet der Begriff der Übernatürlichen gleichbedeutend mit - nicht natürlich, nicht auf den elementaren Grundlagen der Irdischen Natur beruhend,
Nun glaube ich aber, dass weder Magie, noch Götter, dass weder Wunder noch Wesen außerhalb unserer Sinneswahrnehmung gleichbedeutend ist mit Übernatürlichkeit. Wären denn dann nicht auch außerirdische Lebensformen übernatürlich? Nur weil etwas nicht unserem Verständnis von Natürlich entspricht ist es noch lange nicht übernatürlich. Dieses Denken beruht meiner Meinung nach auf einem fälschlichen christlichen Grundlagendenken. Ein einziger allseiender Gott der Nicht Teil der Natur des Universums ist. Der über Diesem steht. Ja selbst über jedweder Art eines möglichen Multiversums und das selbstverständlich allumfassend beherrschend
Somit wird alles andere, alles was nicht natürlich belegbar ist als übernatürlich und von den christlichen Fundamentalisten nd ebenso Islamisten nicht weniger als entweder von Gott oder dem Bösen zugeordnet,
Ich wiederum verstehe auf der Grundlage meines Glaubens die Magie, sogenannte, aber nicht immer erklärbare Wunder, aelbast die Götter und die neun Welten der Germanischen Mythologie als etwas Natürlichem.
Damit berühren Sie den alten Gegensatz von Glauben und Wissen.
Ja, und dieser Gegensatz ist hochaktuell. Was wir in westlichen Gesellschaften beobachten, ist nicht nur eine Individualisierung von Glaubensformen, sondern eine Infragestellung des Wissensbegriffs selbst. Der klassische Wissensbegriff der Philosophie – Wissen als gerechtfertigte wahre Überzeugung – steht unter Druck. Vor allem der Wahrheitsbegriff ist in Misskredit geraten. Man hört oft den Satz: „Jeder hat seine eigene Wahrheit.“ Aus meiner Sicht ist das nicht konsistent vertretbar. Es gibt nur eine Wahrheit.
Hier tut sich meines Erachtens der zweite Denkfehler auf Warum sollte der Glaube und die Wissenschaft einander per se widersprechen? Die Aussage wo der Glaube endet beginnt die Wissenschaft, 0der noch “besser“ Wo die Wissenschaft beginnt endet der Glaube.
Das ist so ein dummer Satz, so von Ignoranz geprägt das er einfach nur als Dumm zu verstehen ist
Tatsächlich aber ist Glaube die Grundlage jeder Wissenschaft, und Glaube da weitergeht wo das Wissen, die Wissenschaft endet. Wissenschaft ist grenzenlos Glaube ist grenzenlos, Beides sollte Hand in Hand gehen, dann ist Erfolg meines Erachtens , wenn auch nicht immer sofort aber irgendwann garantiert. Ohne einander verliert sich beides
Am Ende aber des obigen Zitats ist unsere Linie wieder einheitlich
Warum ist diese Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen für uns als Menschen überhaupt relevant?
Wissen über die empirische Welt ist für uns überlebensnotwendig. ….
Dem ist nicht zu widersprechen. Doch ist Wissen das für uns nicht greifbar ist, im materiellen Sinne dann übernatürlich? Ist empirisches Wissen, das wir NICHT oder eben noch nicht besitzen nicht natürlich? Das ist eine wirklich armselige Art des Denkens, Oder bin ich, wenn ich darüber hinaus denke auch übernatürlich? Nenn mich göttlich oder einen Gott! Nein natürlich bin ich weder übernatürlich noch außerirdisch! Oder gar ein Gott … obwohl…?!... manchmal … aber das ist ein anderes Thema 😊
Übernatürlich heiße ich Dinge wo ich wirklich, unter keinen Umständen eine wie auch immer geartete Grundlage zu den Naturgesetzen des Universums sehen kann. Also wie bei der Politik unserer Staatsdiener der letzten 20 Jahre, ok das war eine persönliche Notwendigkeit.
Alles was wir nicht empirisch messen können im Übernatürlichen zu verorten sehe ich jedenfalls als sehr beschränkt an und das auf vielen Ebenen unserer Existenz. Und eben in der verfälschlichten christlich geprägten Denkweise.
Nicht einmal die Götter sehe ich übernatürlich im Sinne des über der Natur stehend
